Die Büros von Game Solution nahe des Escher-Wyss-Platzes in Zürich sind eine Spielfabrik der anderen Art. Im Gegensatz zum bekannten deutschen Produzenten Ravensburger entwickelt das Schweizer KMU nicht freizeitorientierte Gesellschaftsspiele für den Privatkonsumenten, sondern spielerische Lösungen mit einem Lerncharakter für Unternehmen.

Der eigene Spieltrieb war Auslöser für die Idee der Gründer. Sie wollten mit spielerischen Lösungen einen Mehrwert für die Aus- und Weiterbildung sowie für Lösungen von unternehmerischen Problemstellungen schaffen. «Spiele können fast jede reale Situation darstellen und verständlich kommunizieren», sagt Geschäftsleitungsmitglied Matthias Schuppisser, «Menschen lernen am besten, wenn Sie nicht nur zuhören und zusehen, sondern selber aktiv werden.»

Heute gehören zum Hauptsitz in Zürich Niederlassungen in China sowie eine Geschäftsstelle in Deutschland. Ergänzt wird die Organisation durch zwei grosse Vertriebspartner in Deutschland. Das Kernteam besteht derzeit aus zehn Festangestellten. Hinzu kommt ein weltweites Netzwerk von 20 freischaffenden Trainern. Die Firmenphilosophie ist einfach nachzuvollziehen: Mit spielerischen Lösungen lernen die Leute Prozesse, Themen, Inhalte und Botschaften, ja sogar die Strategie eines Unternehmens besser verstehen. «In einem spielbasierten Workshop können die Teilnehmenden Dinge ausprobieren, die im Alltag nicht möglich sind», ergänzt Geschäftsleitungsmitglied Franco Cavallini.

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Gefragt sind «à la carte»-Spiele

Zunehmend werden Management Games und Simulationen für Firmen auf ihre spezifischen Wünsche massgeschneidert. Dabei hilft dem kreativen Team, dass es einen total uneinheitlichen Hintergrund hat: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Marketing, Kommunikation, Personalwesen, Ausbildungswesen und Finanzbereich. Somit können die Erfinder bei allen Projekten ihre Erfahrungen in die Spiellösungen, aber auch in die damit geplanten Schulungen einfliessen lassen. Bei allen Entwicklungen wird mit einem themenspezifischen Fachzirkel, bestehend aus Experten von Bildung und Praxis, zusammengearbeitet. «Dieses System haben wir im Lauf der Zeit immer mehr verfeinert und erreichen damit einen optimalen Lerneffekt», so Partner Jürg Gubler.

Dazu einige Beispiele: Mit der brettspielbasierten Simulation «Ökonomikus Hotel» werden angehende Hotelfachangestellte des «Belvoirparks» auf ihre Funktionen vorbereitet. Für Swisscom wurde das Managementspiel «Produktepoker» entwickelt. Mit diesem Kartenspiel lassen sich, wie der Name sagt, Artikel kombinieren, ihre Wirkung ausprobieren und die Fantasie für bislang unentdeckte Angebote anregen. Für Kuoni erfand Game Solution das Kartenspiel «Timaru» zum Firmenjubi-läum von Helvetic Tours. Oder bei der Helsana wird den Mitarbeitern mit «Adiamo» auf amüsante Weise die Hausregeln vermittelt. Mit Erfolg: Die neuen Angestellten konnten anschliessend eine Vielzahl der Verhaltensregeln bereits nach kurzer Zeit sinngemäss anwenden. Hinzu kommen Spiele für ganz unterschiedliche Kunden und Zielgruppen: Etwa eine Gene-ralagentursimulation für die Zurich, ein Bildkartenspiel für das Kunsthaus Zürich, ein Visionsspiel für die Credit Suisse.

Game Solution hat sich mittlerweile als Gesamtanbieter etabliert. «Wir sind davon überzeugt, dass spielerische Lösungen ein Potenzial besitzen, das weit über den Einsatzbereich der Bildung hinausgeht. Deshalb bieten wir sie zu allen Themen und Problemen an, mit denen Unternehmen konfrontiert sind», sagt Partner Urs Gersbach. «Von der Idee über die Realisierung bis zur Anwendung erarbeiten wir für und mit Kunden eine Lösung, die eine einheitlich hohe Qualität garantiert», erklärt Nick Schaub, Geschäftsleiter von Game Solution in Deutschland.

Bei komplexen, detailgetreuen Abbildungen und hohem Wissensvermittlungsanteil eignet sich eine Computersimulation am besten. Brettspielsimulationen haben ihre Stärke in Interaktion und Transparenz. Sie versetzen die Teilnehmenden in die Lage, eine Gesamtperspektive einzunehmen und dadurch Zusammenhänge und Konsequenzen schnell zu erfassen. Kartenspiele wiederum sind ein gutes Medium für Kombination von Wissens- und Verhaltensschulung, wobei für Letzteres auch Rollenspiele prädestiniert sind.

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