In welchem Zustand befindet sich das Zurich Film Festival dieses Jahr?
Dieses Jahr ist Corona – wir haben dadurch keinerlei Planungssicherheit. Bis vor zehn Tagen glaubte ich, es sei ein Glück, Frankreich als Gastland mit dabeizuhaben. Jetzt hat die Schweiz Frankreich auf die Liste der Risikoländer gesetzt. Wir brauchen nun für jeden Gast – etwa Schauspielerin Juliette Binoche – eine Spezialbewilligung. Diese Ungewissheit ist seit Monaten da. Die Krise bietet aber auch Möglichkeiten. Wenn man auf Widerstand stösst, dann werden Energien freigesetzt. Diese Energien gilt es zu nutzen.

Wie machen Sie das?
Wir arbeiten etwa mit dem Montreux Jazz Festival zusammen. Das ist dank Corona geschehen. Das ZFF war früher in der Romandie nicht so auf dem Radar. Jetzt haben wir eine Pressekonferenz bei Claude Nobs gemacht und dadurch viele Pressestimmen erhalten. Dann gab es die Aktion «Solidarität Festival». Dort haben wir dem abgesagten Filmfestival Locarno eine Carte Blanche gegeben, um bei uns einen Film zu zeigen.