Innert zwei Jahren ist Swiss Prime Site (SPS) Marktführer für das Wohnen im Alter geworden: Vor zwei Jahren übernahm die grösste Schweizer Immobilienfirma den Altersresidenz-Anbieter Tertianum. Diesen August forcierte SPS das Geschäft mit dem Kauf der Seniocare-Gruppe, welche Pflegeheime betreibt.

SPS bringt sich damit in eine starke Stellung in einem Markt mit riesigen Wachstumschancen: Die Schweizer Bevölkerung wird immer älter. Innert 25 Jahren wird sich der Anteil der 80-Jährigen fast verdoppeln. Die Generation der Babyboomer ergraut – und benötigt Alterswohnungen oder sogar Pflegeplätze.  

Neben SPS gibt es wenige Schwergewichte

Nach einer Schätzung der Credit Suisse sind bis 2040 in der Schweiz 53'000 zusätzliche Pflegebetten nötig. Eineinhalb bis mehr als doppelt so viele Menschen wie heute  werden in Pflegeheimen leben. Das hat enorme Ausgaben zur Folge: Jährlich 700 Millionen Franken müssen in Immobilien investiert werden, um all diese zusätzlichen Betten bereitzustellen, rechnen die Bankexperten vor.

Im Markt für Altersimmobilien gibt es neben SPS nur wenige grosse private Anbieter, etwa die Berner Senevita oder die Solothurner Bonainvest. Dabei ist Grösse in diesem Geschäft ein Vorteil – grosse Anbieter können Synergien nutzen, beispielsweise wenn sie Alterswohnungen neben einem Pflegeheim anbieten. Syngerien helfen, Kosten zu senken Das ist ein grosser Vorteil in einer Branche, die unter enormen Kostendruck steht.  

SPS forciert das Geschäft

Noch ist das Geschäft mit dem Wohnen im Alter für SPS eher klein: Tertianum steuerte im dritten Quartal knapp 118 Millionen Franken zum Betriebsertrag der Immobilienfirma von 734,6 Millionen Franken bei. Doch das Unternehmen will in den nächsten Jahren für bis zu 800 Millionen Franken günstige Seniorenzentren bauen, wie Tertianum-CEO Luca Stäger der NZZ sagte.

Mit dem Geschäftszweig will sich SPS weniger abhängig vom hart umkämpften Markt mit Büro- und Geschäftsliegenschaften machen. Im Moment ist der Besitzer des Zürcher Prime Towers aber auch in seinem Kerngeschäft erfolgreich: In den ersten neun Monaten wuchs der Betriebsertrag um 17 Prozent auf 734,6 Millionen Franken. Der Gewinn erhöhte sich gar um 20 Prozent auf 203,7 Millionen Franken, wie SPS am Freitag bekanntgab.

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