Der jahrzehntelange Sneaker-Boom könnte vorbei sein. Davon gehen zumindest Analysten der Bank of America aus. In ihrer 61-seitigen Studie von Anfang Januar kommen sie zum Schluss, dass sich die Wachstumsaussichten für Brands wie Hoka, On Holding, Nike, Adidas oder Puma eintrüben.

Die Strategen argumentieren, dass der Sportartikelmarkt einen 20-jährigen Aufschwung erlebt habe. Der Sneaker-Anteil stieg von unter einem Viertel auf mindestens die Hälfte der weltweiten Schuhverkäufe – Höhepunkt war die Pandemie.

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«Da dieser strukturelle Wandel weitgehend abgeschlossen ist, sind die Aussichten für künftiges Umsatzwachstum nun deutlich reduziert», schrieben die Analysten. Während die Sportartikelbranche seit 2007 im Durchschnitt um 9 Prozent jährlich wuchs, könnte das künftige Wachstum nur noch bei 4 bis 5 Prozent liegen.

Doch die These der Bank of America löste Kritik aus. Sneaker machen inzwischen rund 60 Prozent der Schuhverkäufe in den USA aus, sagt etwa eine Analystin von Goldman Sachs. Sportschuhe hätten sich im Zuge eines gesellschaftlichen Strebens nach Komfort durchgesetzt - Prioritäten, die so bald nicht verschwinden dürften. Die US-Sneaker-Kategorie wuchs laut Bloomberg-Daten 2025 um 4 Prozent, während Modeschuhe um 3 Prozent schrumpften.

Gleichwohl sehen sich Hersteller seit der Pandemie mit Gegenwind konfrontiert: Wechselhafter Käufergeschmack, schwache China-Verkäufe und drohende US-Zölle belasten. Die Aktien von Adidas fielen im vergangenen Jahr um über 30 Prozent, Puma gab 45 Prozent nach, Nike und On verloren je rund 10 Prozent - letztere trotz starken Umsatzwachstums.

(cash)

Dieser Artikel erschien zuerst bei Cash.