Sportlich läuft es dem 
Absteiger ansprechend: Mit nur einem Punkt Rückstand liegt der Zürcher Fussball-Club GC hinter Liga-Krösus Lausanne auf Rang 2. Nächsten Samstag geht es nach Schaffhausen zum Duell gegen Ex-Trainer Murat Yakin – es gilt Rache für die Hinspiel-Niederlage zu nehmen.

Doch was läuft hinter den Kulissen? Nach dem Ausstieg von Investor Heinz Spross – dem Neffen der ehemaligen GC-Hausbank Werner H. Spross, der sein 30-Prozent-Aktienpaket Anfang Jahr hälftig an die beiden anderen Mehrheitsaktionäre Peter Stüber und Stephan Anliker abgab – läuft die Suche nach Investoren auf Hochtouren.

Karin Stüber will nicht mehr

Mercedes-
Importeur Stüber (80), der sein Unternehmen jetzt an seine Tochter übergeben hat, plant den Ausstieg. Und unlängst sagte der GC-Fan, der noch nie ein Spiel im Exil im Letzigrund angeschaut hat, zum Wirtschaftsmagazin «Bilanz»: «Die grosse Frage ist: Gibt es noch andere Menschen, die mithelfen, das zu finanzieren? Sonst ist wohl die Fussball-AG langsam obsolet, und die Rechte gehen an die Fussballsektion von GC zurück.» Obsolet heisst so viel wie überflüssig.

GC, der Rekordmeister, überflüssig? Ein Horrorszenario für die Fans. Sicher ist: Stübers Tochter Karin, die bisher an der Uni Würzburg als Professorin indogermanische Sprachen lehrte, will sich bei GC nicht 
engagieren. Und Ex-Präsident Anliker möchte sein Aktien­paket auch loswerden. Nur will er es nicht verschenken.

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MADRID, SPAIN - JANUARY 22: Cristiano Ronaldo (L) attends the presentation of the book 'The Key to Mendes' ('La Clave Mendes') by sport agent Jorge Mendes (R) at Palace Hotel on January 22, 2015 in Madrid, Spain.  (Photo by Europa Press/Europa Press via Getty Images)

Cristiano Ronaldo und Sportmanager Jorge Mendes. 

Quelle: Europa Press via Getty Images

Ronaldo-Berater Mendes zu Gesprächen in Zürich

Die Lösung könnte laut «Blick»-Quellen in Portugal und China liegen. Der portugiesische Super­manager Jorge Mendes, unter anderem Berater von Cristiano Ronaldo und Trainer José 
Mourinho, der seine florierende Agentur namens Gestifute zu 50 Prozent an eine Tochter des chinesischen Konglomerats Fosun verkauft hat, soll nächsten Samstag zu Gesprächen mit GC in Zürich landen. Nebenbei soll der Berater von CR7 auch 
Interesse am FC Lugano haben.

Mendes’ Unternehmen kaufte mit Hilfe der Chinesen den Premier-League-Klub Wolverhampton Wanderers. Ist es nur Zufall, dass letzte Woche die U23 der Wolves im GC-Campus im zürcherischen Niederhasli ein Testspiel austrug? Und dass mit Christian Marques (16) ein Ex-Hopper bei Wolverhampton spielt?

GC-Interimspräsident Andras Gurovits sagt dazu: «Wir wissen nichts von Gesprächen mit Herrn Mendes.» Eine andere Quelle erklärt gegenüber «Blick»: «Die Gespräche laufen wie immer bei solchen Geschäften über Mittelsmänner.» 

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Klar ist: Bis spätestens Februar braucht der Club finanzielle Klarheit. Dann müssen die Lizenzunterlagen bei der Liga eingereicht werden.

Fosun ist in Europa zuletzt im Zusammenhang mit der Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook in die Schlagzeilen geraten. Zum Konzern gehört der Reiseveranstalter Club Med sowie die Modemarken Tom Tailor und Wolford. Ausserdem ist der Konzern an mehreren Banken und Versicherungen in Deutschland und Luxemburg beteiligt.

Dieser Artikel wurde zuerst im Wirtschaftsressort des «Blick» veröffentlicht.

www.blick.ch/wirtschaft