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UWG
Strafanzeigen gegen Tamedia und Swica

Das Gebäude von Tamedia in Zürich: Das Unternehmen glaubt an ein Missverständnis bei den Klagen. (Bild: Keystone)

Wegen unseriösem Geschäftsverhalten gibt es in der Schweiz jährlich Tausende Beschwerden. Nicht alle Unternehmen sind dabei so leicht aufzufinden wie der Verlag Tamedia und die Krankenkasse Swica.

Veröffentlicht am 02.09.2013

Manche Unternehmen belästigen Leute mit Werbeanrufen, die im Telefonbuch ausdrücklich keine solche Anrufe wünschen: Die Allianz der Konsumentenschutzorganisationen erhielt vor allem wegen solchem unseriösen Geschäftsverhalten seit Anfang Jahr 3200 Beschwerden.

Bei 90 Prozent der Beschwerden ging es um die Telefonbelästigung, also um die Missachtung des Sterneintrags im Telefonbuch, wie die Allianz bekanntgab. Rund 40 Prozent der unerwünschten Werbeanrufe erfolgten in der Romandie.

Andere Beschwerden richteten sich gegen intransparente Verkaufsanbieter im Internet, Unternehmen, welche unhaltbare Gewinnversprechen machten oder mit dem Schneeballsystem operierten.

Die Allianz der Konsumentenschutzorganisationen reichte gegen 36 Unternehmen wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Strafanzeige ein. Auf der Liste sind auch bekannte Unternehmen aufgeführt, beispielsweise die Krankenkasse Swica und das Medienunternehmen Tamedia.

Tamedia und Swica vom Vorwurf überrascht

Um welchen Fall es bei diesem Vorwurf gehe könne Tamedia nicht beurteilen, sagte Unternehmenssprecher Christoph Zimmer auf Anfrage. Vermutlich handle es sich dabei aber um ein Missverständnis.

Personen, die Kunden seien oder bei denen bis vor kurzem ein Kundenverhältnis bestanden habe dürften telefonisch kontaktiert werden - dies sei manchen Personen vielleicht nicht bewusst. Dem Unternehmen sei aber kein Fall aus der letzten Zeit bekannt, wo es wegen eines unerwünschten Werbeanrufs verurteilt worden sei.

Die Swica hat keine Kenntnis von allfälligen Verstössen und ist vom Vorwurf der Strafanzeige überrascht, wie die Krankenkasse mitteilte. Es komme immer wieder vor, dass sich unseriöse Organisationen als Vertreter von Krankenkassen ausgäben. Die Swica distanziere sich in aller Form von solchen dubiosen Praktiken.

Unternehmen verwischen Spuren

Wie es in der Medienmitteilung heisst, hatte die Allianz bereits im letzten Sommer gegen viele der 36 Unternehmen Klage eingereicht. Es sind aber nur wenige Urteile erfolgt, weil es schwierig ist, die Unternehmen ausfindig zu machen, wie die Allianz schreibt.

Mit manipulierten Telefonnummern, Weitergabe der Aufträge an Callcenter im Ausland oder über verschachtelte Firmenkonstrukte versuchten die Unternehmen, das Gesetz zu umgehen. Die Allianz fordert von der Justiz harte Strafen, die eine abschreckende Wirkung haben. Zur Allianz gehören die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sowie ihre französisch- beziehungsweise italienischsprachige Schwesterorganisationen FRC und ASCI.

(sda/jev)

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