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Betrug
Strafverfahren gegen ehemaligen BKB-Mitarbeiter

Das Logo der Basler Kantonalbank an der Zürcher Stockerstrasse. Keystone

Im Anlagebetrugsfall ASE gibt es ein weiteres Strafverfahren. Gegen den ehemaligen BKB-Banker wird wegen Gehilfenschaft zur Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung ermittelt.

Veröffentlicht am 27.06.2013

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem Anlagebetrugsfall ASE Investment AG ein Strafverfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Basler Kantonalbank (BKB) eröffnet. Die ASE soll Kunden der BKB mit mutmasslich gefälschten Zahlungsaufträgen geschädigt haben.

Im Laufe der Untersuchungen habe sich der Tatverdacht gegen den ehemaligen Kundenbetreuer der ASE bei der BKB erhärtet, teilte die Aargauer Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Das Strafverfahren wurde wegen Gehilfenschaft zur Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet.

Die Untersuchungen zum Anlagebetrug der ASE Investement AG mit Büro in Frick AG sind noch immer im Gang. Seit April 2012 sitzt der ehemalige Geschäftsführer der ASE in Untersuchungshaft. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Urkundenfälschung, Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und wegen Betrugs.

800 Kunden geschädigt

Mehr als 800 Personen wurden gemäss Staatsanwaltschaft geschädigt. Die Kunden der ASE Investment hatten sich eine Jahresrendite von bis zu 18 Prozent erhofft.

Über die Schadenssumme oder noch allfällig vorhandene Mittel machte die Staatsanwaltschaft aus Rücksicht auf die laufenden Untersuchungen keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete im April 2012 das Strafverfahren gegen Verantwortliche der ASE Investment, nachdem die BKB eine Anzeige eingereicht hatte. Kunden hatten von der ASE unvollständige oder gefälschte Bankauszüge erhalten.

Im vergangenen März hatte sich die BKB mit ASE-Kunden auf einen Vergleich geeinigt. Geschädigten Kunden wird demnach ein «erheblicher Teil» des verlorenen Geldes ersetzt. Die BKB rechnet damit, dass sie eine Summe von rund 50 Millionen Franken bezahlen muss.

Die ASE hatte Kunden der BKB mittels mutmasslich gefälschter Zahlungsaufträge geschädigt. In der Private-Banking-Abteilung der BKB in Zürich, wo die ASE die meisten Kundenkonten eröffnet hatte, wurden deshalb drei Mitarbeiter entlassen.

Vier weitere Angestellte erhielten schriftliche Verwarnungen. BKB-Chef Hans Rudolf Matter trat wegen der Affäre Ende Oktober 2012 zurück.

Die BKB ist nicht die einzige in den Fall involvierte Bank; insgesamt werden Verluste von rund 300 Millionen Franken vermutet. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte die ASE im Mai liquidiert.

(sda/tke/aho/chb)

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