Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann verzichtet auf eine Kontrollübernahme des südkoreanischen Implantatanbieters Mega Gen. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen und eines langwierigen Schiedsverfahrens sei eine solche Partnerschaft «unattraktiv» geworden, begründete Straumann den Rückzug.

Im Juli 2016 hatte Straumann angekündigt, das Wandlungsrecht und die Kaufoption einzulösen, um die Kontrolle über Mega Gen zu erwerben. Meg Gen leitete im Anschluss ein Schiedsverfahren zur Bestimmung des Umwandlungspreises sowie der Berechnungsmethode ein und wollte somit den Fall nach den Regeln der Internationalen Handelskammer ICC beurteilen lassen, wie Straumann am Dienstag bekannt gab.

Aktionäre hatten zugestimmt

Straumann hatte sich eine Kaufoption 2014 und 2015 im Zusammenhang mit dem Kauf von Mega-Gen-Wandelanleihen über insgesamt 30 Millionen Dollar gesichert. Gemäss den Bedingungen der Anleihe hatte Straumann das Recht, diese in Aktien von Mega Gen zu wandeln.

Eine Zusatzvereinbarung mit den Hauptaktionären von Mega Gen berechtigte Straumann überdies zum Erwerb weiterer Aktien, um die Kontrolle über Mega Gen zu erlangen. Die Aktionäre von Mega Gen hatten damals der Transaktion zugestimmt.

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Geist der Partnerschaft abhandengekommen

«Der gemeinschaftliche Geist der Partnerschaft, dem unsere Geschäftsbeziehung zugrunde lag, hat sich mit dem Einleiten des Schiedsverfahrens durch die Eigentümer von Mega Gen verflüchtigt», lässt sich Straumann-Chef Marco Gadola in der Mitteilung zitieren. Weder dieser Umstand noch die lange Verzögerung aufgrund des Verfahrens lägen im Interesse von Straumann.

Weil der Konzern einen dringenden Bedarf sehe, im Nicht-Premium-Segment in China, Indien, Russland und Osteuropa zu expandieren, habe man zusätzlich zu Neodent in weitere starke Partner wie Anthogyr, Medentika und Equinox investiert.

(sda/tno)