Eine 35 Meter hohe und eineinhalb Fussballfelder grosse Vogelvoliere, in der Flamingos, Papageien, Tapire und Ameisenbären zu bestaunen sind: Mit dieser kühnen Konstruktion will der Zoo Zürich ab 2028 Besucher anlocken – eigentlich.
Der Bau der Pantanal-Voliere verzögert sich auf unbestimmte Zeit, teilte der Zoo am Dienstag mit. Der Grund ist ein übler Knatsch hinter den Kulissen, wie die NZZ berichtet. Denn während Hoch- und Tiefbauarbeiten auf Kurs sind, stehen die Stahlbauarbeiten derzeit still. Der Zoo hat die Zusammenarbeit mit der beauftragten Firma Baltensperger Stahl beendet. Und schreibt: «Die beteiligte Stahlbaufirma erreichte die gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell nicht.» Es ist von «schwerwiegenden Vertragsverletzungen» die Rede.

So soll die neue Pantanal-Voliere aussehen.
(Zu) komplexes Bauprojekt wird zur Zerreissprobe
Gemäss Zoo hat die Firma nicht geliefert. Die Voliere soll ohne Stützpfeiler auskommen. Dafür müssen die riesigen Stahlbögen, die das Gitternetz tragen, millimetergenau montiert werden. Trotz Aufschüben sei der Baufortschritt ungenügend gewesen.
Für die Baufirma aus der Zürcher Gemeinde Höri ist es ein Schock: Der Verlust des Auftrags reisst ein riesiges Loch in ihre Kasse – und treibt sie vermutlich in den Ruin: «Was jetzt über die Firma hereinbricht, ist ohne externe Geldgeber für kein mittelständisches Unternehmen zu stemmen», sagt Chef Thomas Baltensperger zur NZZ. 70 Angestellte, darunter sechs Lernende, bangen um ihren Job.

Hohe Anforderungen: Die Voliere soll ganz ohne Stützpfeiler auskommen. Die Stahlbögen müssen das Gewicht des 1400 Tonnen schweren Gitternetzes allein tragen.
Baltensperger wehrt sich ausserdem gegen die Darstellung des Zoos: Die Komplexität des Projekts habe im Verlauf um den Faktor zwanzig zugenommen, sagt er. Dies sei massgeblich für die Verzögerungen verantwortlich. Trotzdem: Umstimmen lässt sich der Zoo nicht mehr. Die Verhandlungen mit einer neuen Baufirma laufen bereits.


1 Kommentar
Was ich nicht verstehen kann, wieso von finanziellen Verpflichtungen gesprochen wird, welche durch die Stahlfirma nicht eingehalten werden. Muss die Firma alles vorfinanzieren? Normalerweise wird doch meistens in verschiedenen Teilen bezahlt. Sodass das Rohmaterial und die Fabrikationskosten bezahlt sind? Bei der Schlussabrechnung geht es doch noch um den Gewinn. Entweder hat man bei der Offerte geschlampt, oder die Stahlbaufirma wurde über den Tisch gezogen? Dies von einer Institution, welche von Spenden lebt.