Der Telekommunikationskonzern Sunrise erhält in seinen Bemühungen um die Übernahme von UPC weitere Unterstützung. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis stellt sich wie zuvor schon «zRating» und Ethos hinter die Kapitalerhöhung für die Übernahme von UPC Schweiz, wie Sunrise am Sonntagabend mitteilte.

Man begrüsse die Unterstützung der Stimmrechtsberater zur Kapitalerhöhung, hiess es. Sie hätten anerkannt, dass der Zukauf im besten Interesse aller Aktionäre von Sunrise sei. Ausserdem sei man zufrieden damit, dass die beantragten Abwahlen des VR-Präsidenten Peter Kurer sowie des Präsidenten des Audit Committee, Jesper Ovesen, abgelehnt würden.

Zuvor hatte allerdings bereits der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS empfohlen, die bis zu 2,8 Milliarden Franken schwere Kapitalspritze nicht anzunehmen. Sunrise würde zu viel zu bezahlen für eine Übernahme, deren langfristiger strategischer Nutzen fragwürdig erscheine, hatte es von Seiten ISS geheissen.

Bewertung von ISS sei fehlerhaft

Hierzu erklärte Sunrise in dem Communiqué nun, dass man überzeugt sei, dass die Bewertung durch ISS grundlegende Fehler enthalte und irreführend sei. Auch habe der Stimmrechtsberater beispielsweise Fakten wie die Glasfaserabdeckung von Swisscom oder die langfristige strategische Begründung der Transaktion falsch dargestellt.

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Das Management von Sunrise empfehle den Aktionären daher weiterhin "dringend", der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken zuzustimmen. Damit und durch eine höhere Verschuldung soll der Kaufpreis von insgesamt 6,3 Milliarden Franken für UPC gestemmt werden.

Ursprünglich wollte Sunrise eine Kapitalerhöhung von 4,1 Milliarden Franken durchführen. Diese Pläne hat das Telekomunternehmen inzwischen revidiert.

Freenet stellt sich gegen die Fusion

Dennoch gibt es weiter Widerstand gegen den UPC-Deal. So will insbesondere der grösste Sunrise-Aktionär Freenet mit einem Anteil von 24,5 Prozent dagegen stimmen.

In der Wochenendpresse hatte VR-Präsident Kurer verlauten lassen, dass er im Falle einer Ablehung des Deals eine Destabilisierung des Unternehmens befürchtet. Auch hätte ein solcher Schritt für ihn persönlich Konsequenzen: «Ich würde abgewählt», betonte er.

(sda/mbü)

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