Die SVP-Fraktion des Zürcher Kantonsrates tritt bei der Ersatzwahl in den Bankrat der Zürcher Kantonalbank (ZKB) mit einem UBS-Banker an. Der ebenfalls als Anwärter gehandelte Kantonsrat Hans Frei hat nach der Vorprüfung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) seine Kandidatur zurückgezogen. Die Finma habe Vorbehalte an seiner beruflichen Qualifikation geäussert, sagte der 60-jährige Landwirt aus Regensdorf. Er bestätigte einen Bericht des Newsportals Inside Paradeplatz. Die Vorprüfung ist seit einem Jahr obligatorisch.

Frei bedauert den Entscheid. Enttäuscht ist er insbesondere, dass die mangelnde Bankerfahrung höher gewichtet wurde als die politische Erfahrung. Frei gehört seit 18 Jahren dem Kantonsrat an und sitzt auch in der Spezialkommission ZKB. Vorkommnisse bei den Grossbanken in den vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass das auch Leute mit grosser Fachkompetenz Fehler machten, sagte der SVP-Parlamentarier. Um der Partei «Knatsch» zu ersparen, habe er jedoch nicht an seiner Kandidatur festhalten wollen.

Neues Wahlprozedere

Notwendig wird die Ersatzwahl in den Bankrat, weil der Vizepräsident des Zürcher Bauernverbandes, Alfred Binder, im September zurücktritt. Nominiert hat die SVP-Kantonsratsfraktion am Montag den UBS-Banker René Huber, wie sie mitteilte. Der 58-Jährige ist seit 2006 Stadtpräsident von Kloten sowie stellvertretender Direktor und Senior Privatkundenberater bei der UBS Kloten. Mit ihm werde eine «erfahrene und ausgewiesene Persönlichkeit» präsentiert, heisst es in der Mitteilung. Er erfülle gemäss der Finma auch die Voraussetzungen für eine Wahl.

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Gewählt wird der Bankrat vom Kantonsparlament. Dieses hatte vor einem Jahr ein neues Wahlprozedere beschlossen. Gemäss dem geänderten Reglement nominieren die Fraktionen Kandidatinnen oder Kandidaten erst, nachdem die Firma diese durchleuchtet hat. Damit soll sichergestellt werden, dass die Kandidatinnen und Kandidaten für den Bankrat den bundesrechtlichen Anforderungen genügen.

Eisenbahn-Chef Dobler dennoch gewählt

Die Finma hatte 2011 die Vorprüfung verlangt. Ausschlaggebend war damals ebenfalls eine SVP-Kandidatur. Es gab erhebliche Zweifel, ob sich der Geschäftsführer der Toggenburger Bergbahnen, Bruno Dobler, für das Präsidium der drittgrössten Universalbank der Schweiz eigne. Die Bankenaufsicht äussere damals ihre Bedenken an der Kandidatenauswahl. Der Kantonsrat wählte Dobler dennoch.