Der Uhrenkonzern Swatch hat ein Prestigegebäude in Zürich erworben: die Liegenschaft Bahnhofstrasse 30 in Zürich. Dabei handle es sich um das prägendste Gebäude der Bahnhofstrasse, teilte Swatch am Donnerstagabend mit.

Verkäuferin ist die Grossbank Credit Suisse. Sie hat in den letzten Jahren zur Stärkung der Kapitalbasis mehrere Immobilien veräussert und Pflicht-Wandelanleihen ausgegeben, um das Eigenkapital um 15 Milliarden Franken zu verbessern.

Louis Vuitton zur Miete bei Swatch

So wurde das Uetlihof-Bürogebäude in Zürich vor zwei Jahren für eine Milliarde Franken vom Norges Bank Investment Management (NBIM) übernommen und dann gemietet. Das Metropol-Gebäude ging an die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bahnhofstrasse 53 an den Versicherer Axa.

An der nun verkauften Bahnhofstrasse 30 sind unter anderem die Modeboutiquen Grieder und Louis Vuitton eingemietet. Das sechsstöckige Gebäude verfüge über eine Fläche von 7435 Quadratmeter, heisst es gemäss Medienmitteilung. In unmittelbarer Nachbarschaft, an der Bahnhofstrasse 28, liegt die Omega-Boutique von Swatch. Die Uhrenmarke ist der grösste Umsatzträger des Konzerns.

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Ungewisser Kaufpreis

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Frühere Medienberichte sprachen aber von einem Verkaufspreis von mehreren 100 Millionen Franken. Das teuerste Gebäude an der Bahnhofstrasse ist jenes mit der Hausnummer 45. Es ist der Hauptsitz der Grossbank UBS und beherbergt die Büros der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates. Wert: 1010 Millionen Franken.

Die Immobilienberatung Location Group veranschlagt den Gesamtwert aller Häuser an der Bahnhofstrasse auf 14 Milliarden Franken. Knapp 40 Parteien sind im Besitz der 114 Liegenschaften.

Bahnhofstrasse ist begehrt

Es steht ausser Frage: Keine Lage ist begehrter, teurer und umsatzträchtiger in der Schweiz als die Bahnhofstrasse. Nirgends sind die bezahlten Mieten höher und die realisierbaren Ablösesummen exorbitanter.

Robert Hauri von SPG Intercity in Zürich bestätigt den Sonderstatus der Bahnhofstrasse: «Sie spielt mit der Rue du Rhône in Genf in der Champions League und konkurrenziert mit London, Paris und New York.» In der Schweiz würden die Mieten für Detailhandelsflächen sinken, stellt Hauri fest. «Mit einer Ausnahme: Der Bahnhofstrasse.» Dort sei zuletzt bloss das Wachstum kleiner ausgefallen als früher.

(ise)

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