Sunrise will es wissen. Nachdem die Expansion ins Festnetz über den Kauf von UPC gescheitert ist, baut das Mobilnetzunternehmen nun zusammen mit Konkurrentin Salt ein neues Glasfasernetz. 3 Milliarden Franken sollen in das Projekt Swiss Open Fiber investiert,
1,5 Milliarden Haushalte neu erschlossen werden. Das ist gleich mehrfach bemerkenswert.

Die Allianz ist eine Kampfansage an den parastaatlichen Koloss Swisscom, der seine Glasfaseroffensive seit langem runtertemperiert hat. Dass ausgerechnet der frühere Comcom-Chef Marc Furrer, der einst Swisscom und Elektrizitätswerke an einen Tisch rief, die neue Allianz präsidiert, spricht Bände. Hier geht es darum, die Macht der früheren Monopolistin zu brechen und das alte Projekt für eine offene Glasfaserinfrastruktur zu vollenden. Furrers Hinterlassenschaft.

Bemerkenswert ist auch die Kooperation von Sunrise und Salt. Einst wurde ihnen eine Fusion faktisch verboten. Doch nach der gescheiterten UPC-Fusion scheint klar zu sein, dass die beiden nur gemeinsam ein Gegengewicht zur Swisscom bilden können. Da ist es auch kein Zufall, dass gestern der Aktienkurs von Sunrise stieg, jener der Swisscom aber nachgab. Noch streiten die zwei, die bereits ihre Funktürme an die gleiche Gesellschaft ausgelagert haben, ein näheres Zusammenrücken ab. Erstaunen würde dies aber nicht mehr.