Die beiden Telekomunternehmen Sunrise und Salt gehen eine strategische Zusammenarbeit ein. Gemeinsam wollen die Firmen eigenen Angaben vom Dienstag zufolge ein glasfaserbasiertes Breitbandnetz schaffen.

Das von Sunrise und Salt zu gleichen Teilen gehaltene Joint Venture «Swiss Open Fiber» habe sich zum Ziel gesetzt, mit einer Gesamtinvestition von bis zu 3 Milliarden Franken über die nächsten fünf bis sieben Jahre 1,5 Millionen Schweizer Haushalte zu erreichen.

Die Infrastruktur solle auch weiteren Wettbewerbern offenstehen. Sunrise und Salt hätten bereits Gespräche mit möglichen Kapitalpartnern sowie finanzierenden Banken aufgenommen und beabsichtigten, in den kommenden Monaten entsprechende Vereinbarungen zu unterzeichnen. Der Beginn des Rollouts sei für das vierte Quartal 2020 geplant.

Ex-Comcom-Chef Marc Furrer als VR-Präsident

Laut den Angaben soll der Ausbau in den Gebieten erfolgen, die heute nicht ausreichend mit Breitband versorgt seien. Die Digitalisierung solle damit auch in nichtstädtischen Gebieten vorangetrieben werden.

Verwaltungsratspräsident der neuen Firma soll Marc Furrer werden, der ehemalige Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission Comcom.

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Die Initiative werde die Verbreitung hochmodernster Breitbandangebote beschleunigen und «die Versorgung der Schweiz mit Glasfaserinfrastrukturen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern deutlich verbessern», lässt sich Sunrise-CEO André Krause in der Mitteilung zitieren.

Salt-CEO Pascal Grieder spricht von einem «einzigartigen Projekt». Er ermutigt ausserdem Gemeinden und Versorgungsunternehmen, die sich mit der Bereitstellung eines FTTH-Netzes befassen, «sich an uns zu wenden». Man sei für Geschäfte offen.

Swisscom: Investitionen von mehreren Milliarden Franken

In einem Statement gegenüber HZ betont die Swisscom, das Festnetz in den nächsten Jahren mit Investitionen in der Höhe von mehreren Milliarden Franken weiter zu modernisieren. «Die Qualität der Netzversorgung in der Schweiz, die zu den weltbesten gehört, und der Umstand, dass neue Anbieter ist das Netz investieren, zeigen, wie erfolgreich der Schweizer Regulierungsansatz des Infrastrukturwettbewerbs ist», schreibt Swisscom-Sprecher Joseph Huber.

HZ hatte am Montag über die Eintragung der Marke «Swiss Open Fiber» durch Sunrise berichtet. Die Firma lehnte zu diesem Zeitpunkt einen Kommentar dazu ab.

Swiss Open Fiber: Gemeinsam gegen die Swisscom

Salt und Sunrise bilden eine Allianz für einen Glasfaserausbau. Für die Swisscom bedeutet das nichts Gutes, schreibt Michael Heim in seinem Kommentar hier.

(reuters/awp/gku)