Die Gläubiger der einstigen Swissair können mit etwas mehr Geld rechnen. Wie aus dem in den letzten Tagen verschickten Zirkular des Nachlassverwalters Karl Wüthrich hervorgeht, werden zusätzlich zur bereits geleisteten Nachlassdividende von 2 Prozent weiter 3,8 bis 5,2 Prozent der Forderungen beglichen.

Grund dafür ist eine Einigung über die Verwendung des Verkaufserlöses der Swissport. Die Bodenabfertigungsgesellschaft, wurde 2001 während der Nachlassstundung der Konzerngesellschaft SAirGroup für rund 400 Millionen Franken verkauft. Der Verkaufserlös reichte allerdings nicht aus, um alle Schulden der Swissport gegenüber der SAirGroup-Gesellschaften zu decken.

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Ein Teil der Verkaufspreises wurde deshalb auf eine Art Sperrkonto einbezahlt, bis sich die verschiedenen Gläubiger auf eine Verwendung der Verkaufserlöses geeinigt haben. Abschliessend war dies erst im vergangenen Sommer der Fall - die «Swissair Schweizerische Luftverkehrs AG in Nachlassliquidation» erhielt davon schliesslich rund 7,2 Millionen Franken.

Einnahmen aus Verkauf

Geld floss der einstigen Swissair auch aus dem Verkauf einer Liegenschaft in Madrid zu, deren Besitzverhältnisse zuvor unklar waren. Geeinigt hat sich der Nachlassverwalter zudem auch mit der Frachtgesellschaft Swisscargo - strittig war zuvor die Höhe der Forderungen aus Leistungen, welche die Swissair während der Nachlassstundung für Swisscargo erbracht hat respektive umgekehrt.

Die Fortschritte bei der Liquidation der einstigen Swissair und die Erwartungen aus noch hängigen Verfahren sind die Grundlage für die Erhöhung der in Aussicht gestellten Nachlassdividende.

Darlehen noch offen

Weiterhin nicht abgeschlossen ist die Abrechnung des Darlehens über 1,15 Milliarden Franken, welches die Eidgenossenschaft nach dem Grounding der Swissair zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs gewährt hatte. Zwischen der Eidg. Finanzkontrolle und der Swissair gibt es offenbar in wesentlichen Punkten Differenzen über die Auslegung der damaligen Darlehensvertrags.

Wie lange das Liquidationsverfahren noch andauern wird, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, wie Liquidator Wüthrich im Gläubiger-Zirkular festhält.

Parallel zur Liquidation der Swissair läuft auch jene der SAir-Group. Deren Gläubiger 3. Klasse können gemäss aktuellsten Angaben mit einer Nachlassdividende von maximal 18,1 Prozent rechnen, während die Liquidation lediglich für 7,2 Prozent der Forderungen reicht.

(tke/sda/awp)