Fünf Jahre ist es her, dass Marc Joss (49) der in Konkurs gegangenen Kultmarke Switcher neues Leben eingehaucht hat. Der ehemalige Switcher-Mitarbeiter verfolgt mit seinem Modeunternehmen grosse Pläne. Und er fackelt nicht lange, diese auch in die Realität umzusetzen, wie sich jetzt zeigt.
Denn Switcher kündigt einen neuen Store an. Am 3. März öffnet die Filiale im aargauischen Rheinfelden ihre Türen – an bester Lage in der malerischen Altstadt, nur wenige Kilometer vom Hauptsitz in Frick AG entfernt. «Für uns war es ein logischer Schritt, in der Region einen eigenen Standort zu schaffen», heisst es dazu in einem Medienschreiben.
Und weiter: «Mit dem neuen Standort stärkt Switcher seine regionale Präsenz und unterstreicht die Verbundenheit zum Fricktal». Die Schweizer Modemarke lockt zudem mit 20 Prozent Rabatt auf das ganze Sortiment während der Eröffnungswoche. Und gratis T-Shirts, so lange der Vorrat reicht.
Weiterer Laden wird 2026 in der Westschweiz eröffnen
Erst vergangenen Dezember öffnete im Seen Center in Winterthur ZH der erste physische Switcher-Store seit der Wiederbelebung durch Joss. Er verriet damals im Gespräch mit Blick: «Wir wollen zehn eigene Läden innert zwei Jahren eröffnen.»
Diesen Plan setzt der Switcher-CEO langsam in die Tat um. Denn bald soll eine weitere Filiale folgen – in der Romandie. «Der dritte Laden in diesem Jahr steht ebenfalls bereits in den Startlöchern», heisst es in der Mitteilung. Er soll Mitte Juli in Bulle FR eröffnen. Zudem würden auch in Genf, St. Gallen und Luzern Abklärungen laufen, so Joss.
Vom Nullstart zum erfolgreichen Wachstum
Zu Spitzenzeiten gab es schweizweit über 100 Switcher-Filialen. Doch ab 2013 geriet die 1981 in Lausanne VD gegründete Firma in finanzielle Schieflage: In den Jahren 2013 bis zum Konkurs 2016 fuhr sie stets Verluste ein. Allein in den ersten Monaten 2016 kämpfte Switcher mit einem Verlust von 9 Millionen Franken. Im Mai des gleichen Jahres musste die Modemarke schliesslich Konkurs anmelden – angeordnet durch das Lausanner Kreisgericht. Die damals noch 40 Mitarbeiter warteten damals mehrere Monate auf ihre Löhne.
Als Joss die Marke 2020 wieder zum Leben erweckte, musste er komplett neu beginnen. Heute arbeiten vier Festangestellte sowie sechs Teilzeitmitarbeiterinnen im Stundenlohn für ihn. 2025 ist das Unternehmen laut Joss überdurchschnittlich stark gewachsen. Den grössten Umsatzanteil macht die Firma demnach mit dem eigenen Webshop. Seit September 2025 findet man Switcher-Kleidung auch beim Onlineriesen Zalando, bei Digitec Galaxus und bei Brack Alltron. Mittelfristig peilt Joss einen Umsatz von über 5 Millionen Franken an, verriet er im Gespräch mit Blick. Zum Vergleich: Vor dem Konkurs lag der Umsatz bei 35 Millionen.

