Switzerland Global Enterprise (S-GE) «bündelt im Auftrag des Bundes die Leistungsaufträge der Export- und Importförderung sowie der Standortpromotion unter einem Dach». Die Eigenbeschreibung auf der Webseite muss die Organisation nun aber anpassen. Denn S-GE verliert einen der Aufträge des Bundes – das Importföderungsstandbein fällt ab Anfang 2017 weg.

Wie «Le Temps» berichtet, beauftragt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) neu die Entwicklungshilfeorganisation Swisscontact mit dem «Swiss Import Promotion Programme» (Sippo). Das Seco-finanzierte Programm ist seit 2008 bei S-GE angesiedelt. Jetzt wurde der Auftrag öffentlich ausgeschrieben und S-GE hat den Anforderungen des Seco offenbar nicht mehr genügt.

Millionen wert

Sippo ermöglicht Unternehmen in ausgewählten Ländern Unterstützung für den Export in Richtung Schweiz. Von dieser Hilfestellung profitieren 13 Länder, dazu zählen etwa die Ukraine und Serbien in Europa oder Vietnam und Indonesien in Asien.

Wie aus Daten des Seco ersichtlich wird, geht es beim Projekt um Millionen. Zwischen 2012 und 2015 betrug das Budget für Projekte in 18 Ländern 27,6 Millionen Franken. Für das Projekt Management inklusive Personalkosten waren 10,6 Millionen Franken vorgesehen.

Entlassungen zu befürchten

Für S-GE führt der Auftragsverlust zur Auflösung der zuständigen Abteilung. Davon sind 14 Personen betroffen, möglicherweise wird es auch zu Entlassungen kommen. Die Importförderung via Sippo gehört für die Organisation zwar nicht zur Kernkompetenz, dennoch bedauert sie laut Medienmitteilung den Mandatsverlust zutiefst.

Näher an der Materie ist naturgemäss die Entwicklungshilfeorganisation Swisscontact. In acht der heute noch 13 Projektländer ist Swisscontact bereits vor Ort.

Fünf neue Stellen

Am Donnerstag steht ein Treffen von Swisscontact mit dem Seco an, die Organisation will sich bis dahin bedeckt halten. Bereits jetzt zeichnet sich laut Informationen von «Le Temps» aber ab, dass Swisscontact dank dem Neuauftrag fünf Personen einstellen kann. Zusätzlich sollen vor Ort drei Leute für die Programme zuständig sein.

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