Das Tessin war schon immer ein bevorzugtes Reiseziel der Deutschschweizer. In der Sonnenstube gibt es früh im Jahr die ersten wärmenden Strahlen, wenn oben auf dem Gotthard der Schnee noch meterhoch liegt. Mühselige Passfahrten braucht es nicht mehr, die Anfahrtszeiten von Zürich nach Lugano sind auf gut zwei Stunden geschrumpft.

Dieses Kundenpotenzial will Nicholas Labhart, Direktor im Luganeser Villa Sassa Hotel, nutzen: «Wir wollen in der Deutschschweiz präsenter sein.» Das Viersternehotel liegt auf einem Hügel über dem Stadtkern, mit Panoramasicht auf den Luganer See. Der Gebäudekomplex inmitten einer weitläufigen Parkanlage wurde ständig erweitert und modernisiert, um allen Anforderungen für Betriebsanlässe, Seminare und Tagungen gerecht zu werden.

Freie Sicht auf den Luganer See

Dabei verfügt die im neugotischen Stil erbaute Villa Sassa, anders als funktionale Businesshotels, über eine lange Geschichte. Bereits Anfang des 19. Jahrhundert liess der damalige Bürgermeister von Lugano, Giacomo Luvini-Perseghini, seine Sommerresidenz auf dem steilen Hügel errichten, der als beliebter Aussichtspunkt für die Bevölkerung galt. Von dieser antiken Villa blieben bis heute das Fundament und das Hauptgebäude mit der freien Sicht auf den See erhalten. Die Parterreräume, ausgestattet mit alten Gemälden und Malereien, werden für Seminare, Workshops und Sitzungen beansprucht. Dazu kommen weitere Meeting-Säle im erweiterten Hotelkomplex, der 49 Zimmer und 71 Zweizimmer-Appartements zur Nutzung für die Gäste umfasst.

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«Bei uns können sich die Leute bewegen», sagt Gastgeber Labhart zu den vielfältigen Varianten für Firmenanlässe sowie Incentive-Aktivitäten. So lassen sich die Aussenzonen, teils idyllisch unter alten Magnolien-Bäumen gelegen, für Open-Air-Events herrichten. Auch eine exklusive Nutzung der je nach Thema dekorierten Disco ist möglich. Mit der Fitness- und Wellnessanlage ist das Villa Sassa Hotel in neue Dimensionen vorgerückt. Nicht umsonst hat sich die schwedische Fussball-Nationalmannschaft für die «Euro 08» in diesem Haus einquartiert. Der Andrang auch von externen Benützern jedenfalls ist gross. Für Gruppenaktivitäten und Teambuilding lässt sich das Sportzentrum in das Programm integrieren. Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Rahmenprogramm um spezifische Angebote ausserhalb des Hotels zu erweitern. Dazu gehören etwa eine Seerundfahrt, ein Bergausflug sowie eine Mountainbike-Tour.

Dem kulinarischen Aspekt wird bei den Seminaren und Tagungen eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Hotelküche ist mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet, wobei regionale sowie saisonale Frischprodukte für eine leichte und ausgewogene Ernährung sorgen. Bei den Meeting-Veranstaltern sind nebst dem Essen in der Villa Sassa ebenfalls abendliche Abstecher in ein Tessiner Grotto äusserst beliebt.

Teil einer Tessiner Hotelgruppe

Direktor Labhart weiss aus langer Erfahrung, auch im Ausland, wie wichtig die Kundenpflege ist. Der Gastgeber aus der Deutschschweiz kommt beim grossen Gästesegment von nördlich dem Gotthard entsprechend gut an. Eine familiäre Atmosphäre trägt zur Kundenbindung bei. Daneben unterhält die Meeting-Abteilung einen intensiven Kontakt zu rund zwei Dutzend Key Accounts und weiteren 150 Stammkunden, die einmal pro Jahr besucht werden. Als Mitglied des globalen Reservationsverbundes Worldhotels, zu dem 20 Häuser aus der Schweiz zählen, kann das Luganeser Etablissement auf Geschäftskunden aus der ganzen Welt zählen.

Eigentümer des Villa Sassa Hotels sind drei Investoren aus der Schweiz und Italien, die auch das Villa Principe Leopoldo Hotel in Lugano oder das Esplanade Hotel in Locarno-Minusio kontrollieren. Zwischen den beiden Anlagen in Lugano besteht eine Kooperation. «Grössere Gruppen können wir auf die beiden Häuser aufteilen», sagt Reto Stöckenius, Chef im Fünfsternehotel Villa Principe Leopoldo und General Manager der Hotelgruppe. Ansonsten allerdings bewahrt jedes Haus sein eigenes Profil. Einzig bei Einkauf und Administration werden Synergien genutzt. Im MICE-Geschäft hat man im Tessin einen starken Einbruch erlebt. Wegen der Wirtschaftskrise ist 2009 rund ein Viertel dieses Umsatzträgers weggebrochen. Stöckenius bleibt aber optimistisch: «Bei einem Aufschwung erwarten wir eine schnelle Erholung.»

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