Nintendo bringt seine neue Spielekonsole Wii U rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den Handel. Einen Preis für die in Europa am 30. November erscheinende Konsole nannte das Unternehmen bislang offiziell jedoch noch nicht. Nintendo ist der erste unter den grossen Konsolenherstellern, der den Schritt in die nächste Hardware-Generation wagt.

Im Heimatmarkt wird nicht zuerst verkauft

Den Start wird die Wii U in den USA am 18. November machen. Japan ist mit dem 8. Dezember erst danach dran - eine ungewöhnliche Reihenfolge. Traditionell hatte der Spielespezialist ähnlich wie sein japanischer Konkurrent Sony bei neuen Produkten stets auf die Stärke des Marktes im eigenen Land gesetzt.

Das Unternehmen kann einen neuen Erfolg gut gebrauchen. Nintendo steckt derzeit in den roten Zahlen, und die jetzt über sechs Jahre alte Vorgänger-Konsole Wii verkauft sich immer schlechter.

Kleine Multimediazentrale

Mit der Wii U baut auch Nintendo ähnlich wie Microsoft und Sony seine Konsole zur kleinen Multimediazentrale fürs Wohnzimmer aus. Zentraler Bestandteil ist das GamePad, eine Art Mini-Tablet, das als Controller, Fernbedienung oder zweiter Bildschirm dient. Das Unternehmen kündigte mit «Nintendo TVii» auch ein TV-Angebot übers Internet an, über das in den USA Inhalte etwa von Amazon , Netflix oder Hulu abrufbar sind.

Zwei Versionen

Die Wii U wird in zwei Versionen herauskommen, in einer Basis- und einer Premium-Variante. In den USA soll die Grundausstattung 299 Dollar kosten, die Premium-Version 349 Dollar. Für Deutschland und die Schweiz bietet der Online-Einzelhändler Amazon.de die beiden Varianten der Wii U für 299 und 349 Euro zur Vorbestellung mit Liefertermin 30. November an.

Der angesetzte Preis könnte allerdings zu hoch sein, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten, sagte Michael Pachter, Analyst bei Wedbush Securities, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Das Unternehmen könne sich auf Dauer gezwungen sehen, mit den Preisen runterzugehen. Immerhin könne der Preis knapp über den Produktionskosten liegen, so dass Nintendo damit kein Verlustgeschäft mache, schätzt Tomoaki Kawasaski von Iwai Cosmo Securities in Tokio.

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(vst/chb/awp)