Kader und Teilzeit – ist das vereinbar? Schaut man in die Statistiken, findet man einige – allerdings praktisch keine im Top-Kader. Das liege daran, so René A. Lichtsteiner, Managing Director des Outplacement-Beratungsunternehmens Right Management Switzerland AG und Ex-Personalchef der ABB AG, dass im Kader oft «viele Teilzeitjobs einer Person zugeteilt» würden. Sein ehemaliger Chef Percy Barnevik habe vor zehn Jahren noch davon gesprochen, uns ginge bald die Arbeit aus. Doch heute gingen uns eher die Arbeitskräfte aus, so Lichtsteiner an der Podiumsdiskussion unter der Leitung von «Handelszeitung»-Redaktor Eckhard Baschek.

Toni Holenweger, Arbeitszeitexperte, Soziologe und Leiter der Gruppe Corso, machte zudem die oft noch zu wenig vorhandenen Strukturen in der Schweiz und das Rollenselbstverständnis der Kaderleute für die Schwierigkeiten verantwortlich. Doch daran allein liege es nicht, betonten Sonja Brasser und Michaela Ingelsberger, gemeinsame Leiterinnen des Customer Service Centers Zürich der UBS: Sie seien anfangs auch auf Skepsis gestossen, und es sei wichtig, eine Idee auch beherzt zu vertreten. Beide teilen sich die Führung eines 130-köpfigen Teams in Form von zwei 60%-Stellen, und in der konkreten persönlichen Konstellation klappe das ausgezeichnet. Der zeitliche Aufwand für die Koordination lohne sich.

Ähnliche Probleme stellen sich auch bei der Frage nach altersangepassten Arbeitszeit- und -Lohnmodellen. Auch hier, sagten die Diskussionsteilnehmer, müsse die Initiative auch vom Betroffenen ausgehen.