Letzte Woche hat Tesla den ersten Kunden ein Model 3 geliefert – die Schlüsselübergabe sorgte weltweit für Schlagzeilen. Mit seinem neuen Elektroauto will der kalifornische Hersteller den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Das Fahrzeug wird viel weniger kosten als die bisherigen Oberklasseautos von Tesla und soll Hunderttausende von Käufern finden.

Tesla entwickelt jedoch nicht mehr nur Elektroautos und Batterien: Seit letzten Herbst verkauft der Konzern auch Solaranlagen. Und in diesem Geschäft will er eine Solar-Dachziegel lancieren, wie der Konzern letzten Herbst bekanntgab. Jetzt hat Tesla die ersten Dächer mit den Sonnenkollektoren bedeckt. Die Anlagen wurden bei ausgewählten Mitarbeitern des Unternehmens installiert. Auch das Haus von Konzernchef Elon Musk produziert jetzt Sonnenstrom – Tesla-Aktionäre erhielten erste Bilder von Musks Anlage zugeschickt.

Tesla setzt auf die Erfolgsformel

Die Ziegeln sollen noch in diesem Jahr in Kalifornien erhältlich werden. Frühestens 2018 will Tesla sie weltweit lancieren – auch in der Schweiz sollen sie auf den Markt kommen.

Solarpanels in Form von Dachziegeln sind keine Erfindung von Tesla. In der Schweiz werden ähnliche Anlagen schon seit Jahrzehnten verkauft. Um den Ziegeln zum Erfolg zu verhelfen, setzt Tesla auf seinen Ruf als Hersteller von exklusiven Produkten. Der Konzern verspricht Kunden eine Solaranlage, die schön anzusehen ist, über eine ausgefeilte Technik verfügt und deren Kauf sich finanziell rechnet. Das Solar-Dach soll jahrzehntelang Strom liefern und dank dieser langen Lebensdauer die teure Installation wieder einbringen.

Fenaco ist bereits Partner

Tesla nimmt bereits seit Mai Bestellungen entgegen. Für eine Anzahlung von 1000 Franken können sich auch Schweizer eine Anlage reservieren. Wie gross die Nachfrage hierzulande ist, gibt Tesla nicht bekannt. Unklar ist auch, mit welchem Schweizer Unternehmen Tesla für die Installation der Anlagen zusammenarbeiten wird.

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Ein logischer Partner wäre Fenaco: Die Bauerngenossenschaft vertreibt über die Tochterfirma Solvatec bereits exklusiv die Powerwall-Batterien von Tesla. Diese Batterien will Tesla zusammen mit den Solar-Ziegeln verkaufen. Die Hausbesitzer sollen mit den Powerwall die überschüssige Energie speichern, welche das Solar-Dach liefert.

Meyer Burger wird als Partner gehandelt

Möglicherweise geht Tesla für sein Solargeschäft eine Partnerschaft mit einem weiteren Schweizer Unternehmen ein. Seit Wochen wird über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Tesla und dem Solarzulieferer Meyer Burger spekuliert. Der Thuner Konzern hat die Gerüchte zugewiesen. Anleger geben die Hoffnung auf eine Kooperation aber nicht auf – seit Anfang Mai ist der Aktienkurs von Meyer Burger stark gestiegen.