Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam hält nichts von grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen von Banken: «Wir sind sehr skeptisch gegenüber internationalen Übernahmen und Fusionen über Grenzen hinweg», sagte der Franko-Ivorer in einem Interview mit der Westschweizer Wirtschaftszeitung «l'Agefi» vom Freitag.

Dagegen sei man offen für eine inländische Konsolidierung in Märkten, in denen die CS bereits tätig sei. «Wir können auch mit solchen Banken zusammenarbeiten - aber ohne sie zu kaufen - zum Beispiel indem wir unser computergestütztes Compliance-System und unsere Plattformen zur Verfügung stellen», sagte Thiam.

Brexit: «Weniger exponiert als der Durchschnitt»

Der Brexit sei indes eine böse Überraschung. Zudem führe er zu einem Vertrauensverlust gegenüber dem Vereinigten Königreich, der nicht so schnell verschwinden werde, sagte Thiam. Die Auswirkungen auf die Credit Suisse sind jedoch beschränkt. Lediglich 2 Prozent des Umsatzes seien gefährdet. «Wir sind hier weniger exponiert als der Durchschnitt», sagte der CS-Chef.

Auf die Frage, ob er Schweizer Staatsbürger werden möchte, sagte Thiam: «Das möchte ich tun, sobald die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind.» Sein Deutsch sei mittlerweile brauchbar, sein Schweizerdeutsch hingegen nicht, auch wenn er allmählich anfange, mehr zu verstehen.

(awp/gku)