Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën steckt tief in den roten Zahlen. Einbrechende Verkäufe sorgten im ersten Halbjahr für einen Verlust von 819 Millionen Euro. Dieser fiel höher aus als erwartet. Der Konzern hatte bereits im grossen Stil Immobilien und Tochterfirmen verkauft, sonst wären die Zahlen noch schwächer ausgefallen.

PSA kündigte ein Sparprogramm in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bis 2015 an, darunter 600 Millionen Euro aus den jüngsten Personalkürzungen. Eine Allianz mit dem US-Konzern General Motors (GM) soll weitere 350 Millionen Euro bringen. Im ersten Halbjahr 2011 hatte Europas zweitgrösster Autobauer noch schwarze Zahlen in Höhe von 806 Millionen Euro geschrieben.

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Schuldenkrise schlägt zu

PSA kämpft stark mit der Konjunkturschwäche wegen der Schuldenkrise in Südeuropa, wo PSA traditionell einen Grossteil seiner Geschäfte macht. PSA steht in der Kritik der linken Regierung in Paris wegen des geplanten Abbaus mehrerer tausend Arbeitsplätze.

Der grösste Autohersteller Frankreichs reagiert mit der neuen Sparrunde auf den dramatischen Absatzeinbruch vor allem in Südeuropa infolge der Schuldenkrise. Dort liegen die Hauptabsatzmärkte der Kleinwagen von PSA. Konzernchef Philippe Varin hatte bereits rote Zahlen für das erste Halbjahr angekündigt.

Verkäufe und Allianz mit GM

PSA hat wegen der Krise für insgesamt rund 700 Mio. Euro bereits die Autovermietung Citer sowie die Pariser Konzernzentrale abgestossen. Auch die profitable Logistiktochter Gefco steht zum Verkauf.

Zu Jahresbeginn hatten die Franzosen zudem eine Allianz mit GM geschlossen. Die Konzerne wollen gemeinsam einkaufen und Fahrzeugplattformen entwickeln, um ihre Kosten zu senken. So wollen die Amerikaner nach Informationen des «Spiegel» die Konstruktion der nächsten Generation des Opel Zafira an PSA übertragen.

(chb/aho/awp)