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Erfolg
Tina Maze ist für Stöckli Gold wert

Immer prominent im Bild: Tina Mazes Stöckli-Skis.  Keystone

Dominique Gisins Olympiasieg lässt die Schweiz jubeln. Dass Co-Siegerin Tina Maze mit Schweizer Skis unterwegs war, geht dabei fast vergessen. Stöckli-CEO Beni Stöckli über den «Tina-Maze-Effekt».

Von Gabriel Knupfer
am 12.02.2014

Der Abfahrtssieg von Tina Maze ist auch ein Sieg für Stöckli. Steigt jetzt heute eine grosse Party?
Beni Stöckli: Wir werden sicher darauf anstossen. Grosse Festivitäten haben wir allerdings noch keine geplant.

Sportlich ist ein Olympiasieg was ganz Grosses. Was ist so ein Erfolg für Ihre Marke wert?
Das ist natürlich schwierig zu sagen, denn wir können die Kunden nicht alle fragen, ob sie die Skis nun wegen Tina Maze kaufen oder aufgrund anderer Einflüsse. Olympia ist sicher eine gute Plattform, weil der Beachtungsgrad sehr hoch ist und man unsere Skis auch in der TV-Übertragung sieht, was die Bekanntheit und Akzeptanz der Produkte steigert. Bezüglich der Werbung gibt es aber ziemlich rigorose Einschränkungen. So können wir beispielsweise wegen der Sperrfrist bis am 26. Februar keine Werbung mit dem Olympiasieg machen.

Die Zusammenarbeit mit Tina Maze ist ja sicher nicht ganz billig. Lohnt sich das trotzdem?
Wir gehen davon aus, dass es einen klaren «Tina-Maze-Effekt» gibt. Letztes Jahr konnten wir vor allem auch international überproportional stark zulegen, was sicher auch auf den Geamtweltcupsieg von Maze zurückzuführen ist. Trotzdem ist der Nutzen von Sponsoringmassnahmen immer schwer messbar, dafür sind sie eher nachhaltig wirksam.

Können Sie etwas zu den Kosten der Zusammenarbeit sagen?
Insgesamt haben wir ein Marketingbudget von 3 Millionen Franken für den Rennsport. Da wir vor der Transferperiode stehen, können wir uns nicht in die Karten blicken lassen. Wir arbeiten aber vorwiegend mit Verträgen mit Kostendach, damit das Risiko für uns kalkulierbar bleibt.

Weltweit sind die Skiverkäufe eher rückläufig. Skis werden immer häufiger nur noch gemietet. Haben Sie keine Angst, dass das auch bei Stöckli zum Problem werden könnte?
Natürlich muss man den Trend zur Miete im Auge behalten. Allerdings beobachten wir eine gewisse Abflachung dieser Tendenz. Der Weltmarkt für Ski beläuft sich heute auf rund 3 Millionen Paar. Dabei gehören wir mit 50'000 Paar eher zu den kleineren Playern, weshalb es uns etwas leichter fällt, Marktanteile zu gewinnen.

Können Sie etwas zum Verhältnis von vermieteten und verkauften Skis sagen?
Es gibt keine offiziellen Zahlen und die Unterschiede zwischen den Ländern sind gross. Wir schätzen, dass beispielsweise in Frankreich ungefähr 60 bis 70 Prozent auf die Vermietung entfallen. In Deutschland ist die Zahl etwas niedriger und in der Schweiz dürfte sie um 30 bis 40 Prozent liegen.

Haben Sie schon eine Idee, wie die Verkaufsentwicklung in dieser Saison aussieht?
Wir sind zufrieden. Von Oktober bis Dezember lief das Geschäft sehr gut. Im neuen Jahr war es aber wegen dem warmen Wetter etwas schwieriger. Insgesamt werden wir auch in dieser Saison wieder zulegen können. Wir sind auch für den Winter 2014/15 zuversichtlich, da unsere Kollektion an der weltweit grössten Wintersportmesse in München (ISPO) sehr gut angekommen ist und unsere Importeure von guten Abverkäufen in ihren Ländern berichteten.

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