Gemessen am Börsenwert gehört Partners Group zu den 20 grössten Unternehmen in der Schweiz. Dennoch ist der Vermögensverwalter, der für seine Kunden in private Unternehmen investiert, diese aufmotzt und dann wieder verkauft, hierzulande kaum bekannt.

Dabei arbeiten immerhin rund 1200 Menschen für das Unternehmen, das weltweit 20 Niederlassungen hat. Davon sind rund 425 am Hauptsitz in Baar im Kanton Zug tätig.

Partners Group scheint innerhalb der Branche ein attraktiver Arbeitgeber zu sein: Auf rund 150 offene Stellen erhielt die Gesellschaft im vergangenen Jahr 25'000 Bewerbungen, wie CEO David Layton im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP sagte. Das Wachstum findet momentan aber eher ausserhalb der Schweiz statt.

Derzeit entsteht etwa in Denver im US-Bundesstaat Colorado ein zweiter Hauptsitz. Dieser soll demjenigen in der Schweiz an Grösse ebenbürtig werden. «Ich sehe meine Aufgabe insbesondere darin, unsere Firma in den USA weiter zu verankern und unser Geschäft dort auszubauen.»

Erster Nicht-Schweizer als CEO

Layton ist seit Anfang Jahr Co-CEO des Unternehmens. Während er vor allem für die Investments zuständig ist, kümmert sich der zweite CEO, André Frei, vor allem um die Kunden. Layton löste im Chef-Duo Anfang Jahr das Partners-Group-Urgestein Christoph Rubeli ab.

Partners Group wurde 1996 von Marcel Erni, Alfred Gantner und Urs Wietlisbach gegründet, die bis heute jeweils mit 10 Prozent am Unternehmen beteiligt sind. Zehn Jahre später folgte der Börsengang.

Die Gründer haben ihre Nische am Markt gefunden und waren damit erfolgreich: So legt die Partners Group bei ihren Investitionen den Fokus auf mittelgrosse Unternehmen. Die bekannten Player im so genannten Private-Equity-Geschäft dagegen - zum Beispiel Blackstone, KKR oder Carlyle - gehen aus Gründen der Skalierbarkeit grössere Unternehmen an.

Börsenwert fast verzehnfacht

Nun hat Partners Group mit dem US-Amerikaner Layton erstmals einen nicht-schweizerischen CEO, der nicht am Hauptsitz in Zug arbeitet. Layton erachtet es aber nicht als Nachteil, dass er von Denver aus agiert.

Es brauche vielleicht etwas mehr zusätzliche Koordination: «Auf der anderen Seite bietet es viele Möglichkeiten, einen CEO in den USA zu haben: Unter anderem die Chance für unser Unternehmen, in einer Region zu wachsen, in der wir heute unterrepräsentiert sind.»

Partners Group investiert jährlich mehr als 10 Milliarden US-Dollar in andere Unternehmen. 2018 wurden für die vornehmlich institutionellen Kunden - mehr als die Hälfte davon sind Pensionskassen - sogar fast 20 Milliarden Dollar investiert. Beim Börsengang 2006 startete die Aktie mit einem Kurs von knapp 80 Franken. Mittlerweile notiert sie bei rund 760 Franken. Damit kommt Partners Group auf einen Börsenwert von gut 20 Milliarden Franken.

Zwei Investments in der Schweiz

Die Gesellschaft kauft überall auf der Welt Unternehmen und versucht innerhalb mehrerer Jahre, deren Wert signifikant zu steigern. Der Vermögensverwalter entscheidet über Management und Verwaltungsrat und bringt die eigenen Leute in das Tagesgeschäft ein.

Vor kurzem wurden zum Beispiel im Bereich Automation zwei Unternehmen gekauft - die niederländische Ammeraal Beltech und die italienische Megadyne - und über eine Fusion zusammengeschlossen. Oder in Indien wurde erst kürzlich in eine Mode-Warenhauskette namens Vishal Mega Mart investiert.

Derzeit prüft Partners Group auch zwei Investments in der Schweiz. «Im Laufe des Jahres könnte sich dort etwas ergeben», so Layton. Es dürften allerdings noch einige Jahre vergehen, bis eine dieser Anlagen für einen Verkauf oder für eine Börsenkotierung bereit wäre. 2016 war der Vakuumventilhersteller VAT gemeinsam mit Partnern erfolgreich an die Schweizer Börse gebracht worden.

(awp/tdr)

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