Der Taxi-Onlinedienst Uber sorgt mit seinen günstigen Preisen am Flughafen Zürich für einen Knatsch, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. «Die Uber-Taxis sind zu einem echten Problem geworden», sagt Rudolf Näpflin, Vertreter der IG Airport Taxi Fahrer Zürich. Täglich würden bis zum Teil bis zu 50 Prozent unter dem regulären Taxi-Tarif liegen. Die Flughafen Zürich AG bemüht sich, nicht zu viel Öl ins Feuer zu giessen. Aber auch Sprecherin Sonja Zöchling sagt: «Wir sehen es nicht so gerne, wenn Uber-Taxis Passagiere am Flughafen aufnehmen.»

Denn eigentlich ist es nur den rund 130 lizenzierten Airport-Taxis vorbehalten, direkt beim Ausgang des Flughafen-Terminals auf ankommende Passagiere zu warten. Zuletzt wurde die Lizenz 2012 an die Firma 7x7 Airport Taxis ausgestellt. Sie läuft noch bis Ende 2017. Mit den konzessionierten Chauffeuren könne man gewisse Qualitätsstandards garantieren, sagt Zöchling.

«Es kommt immer wieder zu Wortgefechten»

Dazu zähle, dass der Fahrer Englisch spricht, dass er Kurzstrecken nicht verweigert und auf die Sauberkeit bei sich und im Fahrzeug achtet. «Das Gesamterscheinungsbild der Taxi-Flotte ist für uns sehr wichtig.» Schliesslich wird auch das Taxi-Angebot geprüft, wenn es um in der Branche renommierte Flughafen-Auszeichnungen geht.

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Verwehren könne man es den Passagieren aber nicht, ein Uber-Taxi zu bestellen, sagt Zöchling. «Wir können lediglich unterbinden, dass sich diese Taxis in die offizielle Wartezone einreihen.» Dies sei allerdings leichter gesagt, als getan, sagt Chauffeur-Vertreter Rudolf Näpflin. «Es kommt immer wieder zu Wortgefechten, weil die Uber-Taxis in unsere Zone fahren. Die Flughafen Zürich AG scheint dies nicht zu interessieren und die Vollzugsbehörden schlafen.»

Uber versteht die Kritik nicht

Rasoul Jalali, Chef von Uber in der Deutschschweiz, versteht die Aufregung nicht: «Die Fahrer kommen nur an den Flughafen, wenn der Passagier die Bestellung auf der App auslöst.» Auftragsfahrten seien laut dem Taxi-Gesetz von Zürich-Kloten jedem Chauffeur erlaubt, auch ohne Konzession. Die Bedenken der Flughafen Zürich AG hält er für unbegründet. «Die Qualität der Uber-Fahrer ist unser oberstes Gut», sagt Jalali.

Allerdings schafft es Uber nicht, aus den negativen Schlagzeilen zu kommen. Letzte Woche reichten die Staatsanwaltschaften von San Francisco und Los Angeles eine Beschwerde ein, weil mindestens 25 Kriminelle für das Unternehmen unterwegs gewesen sein sollen, unter anderem Mörder, Pädophile, Einbrecher und Entführer.

(gku)