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UBS-Fiasko: Für das Image eine Katastrophe

Erneut Vertrauen verspielt: Auf UBS-Chef Oswald Grübel wartet viel Arbeit. (Bild: Keystone)

Die Grossbank UBS muss aufgrund von unerlaubten Geschäften eines Händlers im dritten Quartal voraussichtlich rote Zahlen schreiben. UBS-Chef Grübel sieht sich erneut mit einem grossen Vertrauensverlus

Veröffentlicht am 15.09.2011

Riesenschreck, wenige Minuten vor Börseneröffnung: «UBS hat festgestellt, dass es aufgrund von nicht authorisierten Handelsgeschäften eines Händlers ihrer Investment Bank zu einem Verlust gekommen ist», schreibt die Grossbank am Morgen in einer Mitteilung.

Während die Untersuchung der Vorfälle andauere, schätze man den durch die Transaktionen erlittene Verlust derzeit auf rund 2 Milliarden Dollar, heisst es weiter. Es sei möglich, dass die UBS deshalb im dritten Quartal 2011 einen Verlust bekannt gegeben werde. Kundenpositionen seien von den Vorgängen nicht betroffen.

Neuerlicher Vertrauensverlust wiegt schwer

Der finanzielle Schaden wird von Händlern nicht als dramatisch eingestuft, hingegen der erneute Rufverlust schon, den die Bank nun wieder erlebe. Von AWP befragte Händler bezeichneten den Inhalt der Meldung durchwegs als «katastrophal» für die Bank. Nachdem sich die UBS von ihrem Imageschaden erholt habe, werde das Institut nun wohl wieder unter einen neuen Vertrauensverlust zu leiden haben, meinte ein Händler. «Die Frage ist, wie sie das wieder hinbekommt.»

Im Handel wird gemäss einem weiteren Trader spekuliert, dass der Verlust im Forex-Handel, also im Devisengeschäft, entstanden sei. Nachdem die Analysten im Konsens für das dritte Quartal bisher mit einem Gewinn von rund 1,3 Mrd CHF gerechnet hatten, werde nun wohl ein Verlust anfallen, so die Meinung im Markt.

Schweiz statt Frankreich

In den letzten Wochen sei mehrfach über grosse Schieflagen bei einigen Geldhäusern spekuliert worden, berichtete ein weiterer Börseninsider. Lange Zeit sei der Fokus eher auf den französischen Instituten gelegen. Genannt wurden dabei immer wieder mögliche Fehlallokationen im Gold, dem Schweizer Franken und einigen Spreads auf Indizes. Nun seien diese Spekulationen anscheinend Realität geworden, lediglich der Schauplatz habe sich verlagert.

Seiner Meinung nach hätten aber die Valoren der UBS zur Eröffnung zu stark negativ reagiert und einen höheren Verlust als die angekündigten 2 Mrd USD eingepreist. Die Aktie war nach der Mitteilung rund 8,5 Prozent einbrochen - um 10.45 Uhr notiert der Titel um 5,7 Prozent im Minus bei 10.31 Franken.

Mittlerweile wurde bekannt, dass auch die Schweizerische Finanzmarktaufsicht Finma in Kontakt mit der UBS stehe. Vorerst ohne weiteren Kommentar.

(tno/rcv/vst/awp)

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