Die Verteidigung des America’s-Cup-Titels im Sommer 2007 in Valencia soll das Genfer Team Alinghi über 100 Mio Fr. gekostet haben. Davon stammten 34,5 Mio Fr. von der Grossbank UBS, die zusammen mit der British-Telecom-Tochter BT Infonet als Hauptsponsorin des Genfer Segelunternehmens auftrat. Bereits für die Eroberung der wichtigsten Trophäe im internationalen Segelsport im März 2003 in Auckland hatte die Bank im Jahr 2002 12 Mio Fr. aufgeworfen, und 2004 sponserte sie Alinghi mit 1,4 Mio Fr. für deren Teilnahme an einer «UBS Trophy» im US-Bundesstaat Rhode Island an der Atlantikküste. Insgesamt hat die UBS also bis heute 47,9 Mio Fr. in Alinghi investiert.

Nun muss Alinghi, deren Besitzer und Multimilliardär Ernesto Bertarelli seit Jahren zum UBS-Verwaltungsrat gehört, bis auf Weiteres ohne Zuschüsse der Grossbank die Zukunft planen. Die UBS will erst wieder über Sponsoringbeträge reden, wenn die rechtlichen Auseinandersetzungen um den Segelwettbewerb geklärt sind. «Um mit Alinghi über eine Verlängerung des Sponsoring-Engagements zu verhandeln, müssen wir wissen, wie die Modalitäten des 33. Americas Cup aussehen», bestätigt UBS-Sprecherin Rebeca Garcia Recherchen der «Handelszeitung». Ob sich die unter Milliardenverlusten leidende Grossbank endgültig von Alinghi verabschieden will, bleibt offen. «Wir budgetieren jeweils projektbezogen», sagt, darauf angesprochen, UBS-Managerin Garcia. «Deshalb können wir allenfalls etwas budgetieren, wenn die Ausgestaltung des Americas Cup sowie weitere Sponsoring-Details bekannt sind.»

Wer in die drohende UBS-Lücke springen könnte, ist unklar. Der Warenprüfkonzern und Alinghi-Nebensponsor SGS jedenfalls winkt ab. SGS-CEO Chris Kirk sagt gegenüber der «Handelszeitung», dass sein Unternehmen als Sponsor zwar an Bord bleibe. Aber: «UBS ist ein Leadsponsor, wir spielen in einer anderen Liga.»

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Nächste Anhörung im Februar

Die nächste Ausgabe des America’s Cup hängt von einem Entscheid des obersten New Yorker Gerichts ab. Am 10. Februar 2009 findet am Appellationshof des US-Bundesstaats eine mündliche Anhörung zwischen dem Segelclub der Cup-Verteidigerin Alinghi und dem in San Franciso eingeschriebenen Team BMW Oracle statt. Dessen Eigentümer ist Larry Ellison, wie Bertarelli ein Milliardär, dem die Informatikfirma Oracle gehört.

Ellison protestierte gegen die Wahl des Teams Desafío Español als des sogenannten Challenger of Record, der zusammen mit dem Titelverteidiger besondere Rechte bei der Ausgestaltung der Regeln hat. Der spanische Club Náutico Español de Vela, der Desafío stellt, wurde allein zum Zweck der nächsten Austragung in Valencia gegründet. Damit sei dieser gemäss Reglement des Cups, der Deed of Gift, nicht für die Aufgabe eines Challenger of Record qualifiziert, argumentiert der Amerikaner Ellison. Dessen Segelverein Golden Gate Yacht Club von San Francisco ging gegen Alinghis Société Nautique de Genève vor und erhielt im März vor dem zuständigen Richter Recht. Damit konnte Ellison Bertarellis Alinghi-Team zu einem Zweikampf nach eigenen Regeln herausfordern. Ellison wählte ein übergrosses Mehrrumpfboot.

Bertarelli reichte Rekurs gegen das Urteil ein und kam damit knapp durch. Wann das Appellationsgericht in New York den definitiven Entscheid fällen wird, ist offen.

Finanzierung wohl sichergestellt

Trotz der langen Hängepartie gibt sich Alinghi gelassen. «Wir bleiben mit UBS und anderen Sponsoren in Kontakt, bis Klarheit darüber herrscht bezüglich dem nächsten Americas Cup», sagt ein Alinghi-Sprecher.

Die Finanzierung dürfte trotz den Schwierigkeiten sichergestellt sein, das ist aus dem Umfeld von Alinghi zu hören. Dank Ernesto Bertarellis privaten Investitionen kann Alinghi nämlich ihre Kosten im Notfall auch ohne die Einnahmen von gewissen Sponsoringpartnern finanzieren.