Hätte man vor drei Jahren 1000 Fr. in Aktien von Swatch investiert, so hätte man heute rund 2160 Fr. in der Tasche, bei Richemont wären es gar 2380 Fr. – und bei Bulgari 1950 Fr. Die Uhrenindustrie boomt vor allem bei den teuren Uhren, die seit Jahren doppelstellig wachsen. Die gesunde globale Wirtschaftslage sowie die Dynamik in Asien und anderen Schwellenländern deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Uhren weiterhin stark bleiben wird.

Die bekanntesten Uhrenaktien heissen Swatch, Richemont und Bulgari. Aber auch Firmen wie LVMH, Tiffany sowie Movado sind im Uhrengeschäft tätig. Die Uhrenindustrie ist sehr fragmentiert. Verschiedenste, teils exklusive Marken wie Rolex und Patek Philippe befinden sich hingegen in privater Hand. Uhren lanciert haben auch Luxus- und Modelabels wie Louis Vuitton, Christian Dior, Gucci und Hugo Boss. Vor einigen Wochen gab Ralph Lauren bekannt, dass das Modelabel in Zusammenarbeit mit Richemont neu ebenfalls Uhren verkaufen wird.

Wenn man in Uhrenaktien investiert, dann interessiert nicht nur die Uhr, sondern vor allem, ob die Firmen Geld verdienen. Die Uhrenbranche verdient gut. Aber sind die Gewinner von heute auch diejenigen von morgen?

Swatch sollte Omega heissen

Weltweit grösste Uhrenfirma ist Swatch. Eigentlich sollte sie Omega heissen, da diese Marke den grössten Anteil zum Gewinn der Firma liefert. Omega ist bestens in China positioniert. Der chinesische Markt (mit Hongkong) ist heute der wichtigste Absatzmarkt. Die höhere Positionierung der Marke Omega sowie die starke Fokussierung auf die profitableren Luxusuhren sind wichtige und erfolgreiche strategische Entscheidungen. Die Swatch-Gruppe ist innovativ und geht lieber operative als finanzielle Risiken ein. Dank dem guten Geschäftsgang sind die Dividenden in den letzten Jahren stärker als der Gewinn gestiegen.

Richemont, der zweite Big Player im Uhrenmarkt, besitzt die schönsten Luxusmarken. Was die Profitabilität betrifft, ist Cartier das Kronjuwel der Firma. Zu Richemont gehören zudem Marken wie IWC, Panerai, Jaeger-LeCoultre, Baume & Mercier usw. Beim Kauf von Richemont-Aktien ist man allerdings nicht nur in Uhren investiert, sondern auch im Tabak, da die Firma knapp 19% der British-American-Tobacco-Aktien hält. In schwierigen Zeiten kann dies helfen, da das Tabakgeschäft zwar nicht so schnell wie die Luxusuhren wächst, dafür aber stabiler ist. In den letzten Jahren spiegelte sich dies nicht immer im Aktienpreis. Richemont und Swatch besitzen für die Expansion in Asien und anderen Schwellenländern dank ihrer Grösse einen Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Firmen.

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Bulgari wird wie Swatch (Hayek) und Richemont (Ruppert) nach wie vor von der Gründerfamilie kontrolliert und gehört heute zu den grossen Schmuck- und Uhrenmarken weltweit. Obwohl Bulgari eine «alte» Schmuckmarke ist, wurde die erste grosse Uhrenkollektion Bugari-Bulgari erst 1977 lanciert. Die Firma, unter der Führung von CEO Francesco Trapani, ist ehrgeizig, schnell und innovativ, bereit zudem, Risiken bei der Produktlancierung einzugehen. So hat Bulgari erfolgreich im Bereich von Parfums Fuss gefasst. Zurzeit steht die Grossoffensive bei den Accessoires bevor; die ersten reinen Accessoires-Shops sind eröffnet. Der Optimismus für die Zukunft der Luxusindustrie widerspiegelt sich in den hohen Investitionsbeträgen, welche sich zwar negativ auf die Profitabilität der Firma auswirken werden, allerdings nur kurzfristig.