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E-Commerce
Uhrenmarke Omega löst Instagram-Hype aus

Die «Speedy Tuesday» von Omega: Innert vier Stunden verkauft.   ZVG

Erstmals überhaupt hat die Premium-Marke Omega Uhren direkt an Konsumenten verkauft – über die Plattform Instagram. Die Aktion war ein voller Erfolg: Die Uhren waren innert vier Stunden ausverkauft.

Von Marcel Speiser
am 11.01.2017

Kreativität zahlt sich aus. Das hat diese Woche eine Aktion der zur Swatch Group gehörenden Uhrenmarke Omega gezeigt. Das Unternehmen verkaufte ein auf 2012 Stück limitiertes Sondermodell seines Longsellers «Speedmaster» namens «Speedy Tuesday» exklusiv über seine Seite bei der Social-Media-Plattform Instagram. Und die Liebhaber rissen sich förmlich um das gute Stück.

Innerhalb von etwas über vier Stunden waren die Sondermodelle am Dienstag dieser Woche verkauft. Dabei waren die Uhren nicht billig: Je 5800 Franken mussten die Käufer aufwerfen. Will heissen: Omega hat in exakt 4 Stunden, 15 Minuten und 43 Sekunden 11,7 Millionen Franken umgesetzt.

US-Fans wegen Zeitverschiebung benachteiligt

Auf Instagram kommentierte das Unternehmen: «Danke, Speedyfans!» Omega-Liebhaber aus dem Westen der USA beklagten sich allerdings auf der Plattform, sie hätten wegen der Zeitverschiebung keine Chance gehabt, ein Sondermodell zu ergattern.

Omega-Experten rechnen damit, dass das die Käufer des Sondermodells ein gutes Geschäft gemacht haben. Sie glauben, dass die «Speedy Tuesday» schnell an Wert zulegen wird. Gerade weil sie die erste Uhr ist, die Omega direkt verkauft hat.

Im E-Commerce Luft nach oben

Grundsätzlich sind Schweizer Luxusuhren-Hersteller in Sachen E-Commerce äusserst zurückhaltend. Auch die Swatch Group verfolgt eigentlich die Strategie, nur ihre günstigeren Uhren online zu verkaufen – und selbst das nur in Märkten, in denen sie nicht mit genug eigenen Läden vertreten ist oder in denen sie über nur wenige Multimarken-Distributoren verfügt.

Teurere Zeitmesser wie jene der Marke Omega verkaufte die Swatch Group bislang ausschliesslich über eigene Boutiquen oder ausgesuchte Händler. Dieses eherne Prinzip hat der weltgrösste Uhrenhändler mit der Instgram-Aktion nun erstmals durchbrochen. Ob der Erfolg der «Speedy Tuesday» einen Wendepunkt in der Absatzstrategie markiert, ist offen. Omega-PR-Frau Adriana Bavuso sagt dazu: «Wir freuen uns über die Erweiterung der Reichweite unseres globalen Boutiquen-Netzwerkes und über die neue Art der Vernetzung mit der Online-Community.»

Nur Rolex ist noch beliebter

Auf den einschlägigen Online-Uhrenportalen wie «Chrono24» oder «Chronext» gehören Zeitmesser von Omega zu den Uhren, die am stärksten nachgefragt – und gekauft – werden. Nur Rolex ist als Marke noch beliebter.

Konkurrent IWC aus dem Genfer Luxusgüterkonzern Richemont ist in Sachen E-Commerce schon weiter als Omega. Seit einigen Wochen werden IWC-Uhren über die Luxus-Modeplattformen «Net-a-Porter» (für Damen) und «Mr. Porter» (für Herren) online verkauft. Richemont-Präsident Johann Rupert hat dem Digitalgeschäft kürzlich höchste Priorität gegeben. Und dies unterstrichen, indem er den früheren IWC-Chef Georges Kern zum Digitalchef des Konzerns befördert hat.

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