Die Swatch Group stellt ihre Führung neu auf. Auf insgesamt sieben Posten kommt es zu Verschiebungen. Auffällig dabei: Es kommt niemand von aussen dazu. Der Uhrenkonzern befördert nur bekannte Manager von einer Stelle zur nächsten – seitwärts oder aufwärts. Auffällig auch: Es werden ausschliesslich Männer verschoben. Das Selbstbewusstsein der Familie Hayek und ihrer Mitstreiter im Verwaltungsrat scheint auch in der grössten Krise der Uhrenindustrie seit dem Quartz-Debakel ungebrochen gesund. 

Konkret wurden diese Ernennungen bekanntgegeben:

Raynald Aeschlimann, der Chef von Omega und Mitglied der erweiterten Konzernleitung bei Swatch, wird nun auch zum Mitglied der Konzernleitung

Matthias Breschan, aktuell an der Spitze von Rado und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung, wird zum Chef von Longines ernannt. Er folgt bei der zweitgrössten Swatch-Marke auf Walter von Känel, der – nach 51 Jahren im Haus – die Markenleitung abgibt und in den Ruhestand geht. Matthias Breschan hatte die Leitung von Rado Anfang 2011 übernommen; er gehört seit 2005 der erweiterten Swatch-Konzernleitung an.

Sylvain Dolla, derzeit Verantwortlicher von Hamilton, wird Chef von Tissot und wurde in die Erweiterte Konzernleitung gewählt. Bei der drittgrössten Swatch-Marke ersetzt er François Thiébaud. Der 72-jährige Thiébaud wird dafür Verwaltungsratspräsident von Tissot und bleibt in der Konzernleitung. Er prägte als CEO während 24 Jahren die Geschicke der Marke, die schätzungsweise 12 Prozent zum Umsatz des Konzerns beiträgt.

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Vivian Stauffer, Head of Sales von Hamilton, übernimmt das Zepter als Chef der Marke.

Adrian Bosshard, aktueller Chef von Certina und Union, übernimmt die Führung bei Rado.

Marc Aellen tritt seine Nachfolge bei Certina an.

Zusätzlich zu seiner Funktion als Chef von Mido übernimmt Franz Linder die Geschäftsleitung von Union.

Die neu ernannten Funktionen gelten ab 1. Juli 2020, teilt die Swatch Group mit. 

(tdr – msp – AWP)

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