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Undogmatisches und diskretes Design

Die Designagentur aus Zürich will unterschiedliche Kundenwünsche erfüllen können. So ist sowohl die Gestaltung einer Etikette für einen toskanischen Rotwein als auch des Hauptsitzes von Nestlé möglich

Von edith arnold
am 14.11.2007

DAI. Die Grubenstrasse in der Nähe des Zürcher Einkaufszentrums Sihlcity ist eine kreative Fundgrube. Werbe- und Fotoagenturen reihen sich an Handwerkerbetriebe und Architekturbüros. Mittendrin, auch thematisch, befindet sich die Designagentur Dai. Das Kürzel steht für «Design, Architektur, Identifikation».

Was versteht das KMU unter dem Stichwort «Identifikation»? «Wir sind keine moderne Agentur, wir schaffen zeitlose Werte», sagt CEO Florin Baeriswyl mit bedachter Stimme. Wobei zeitlos auch modern sein kann: Bei Dai arbeiten die Angestellten an schwarzen USM-Möbeln, die sie 1998 selbst ertüftelt haben. Die mobilen und raumbildenden Bürosystemteile sind bis in die Zukunft hinein Richtschnur.

Diskretes Erscheinungsbild

Anders als andere Agenturen will Dai betont diskret in Erscheinung treten. Zum Portfolio gehören namhafte Unternehmen wie Nestlé, Deutsche Bank, USM Haller oder der Flughafen Zürich. Als speziell gelungen empfindet Baeriswyl eine Auftragsarbeit für die Schwyzer Kantonalbank: Es galt, dem neu geschaffenen Unternehmensbereich Asset Management einen Inhalt, eine Form und einen Raum zu geben. Das Konzept musste von Briefpapier über Corporate Behaviour bis hin zur Inneneinrichtung der Büros und Filialräume gelten. Der Kunde weilt nun in einer Besprechungszone, die durch multifunktionale Wände unterteilt ist. Einerseits dienen sie als Leuchtkästen (mit Videoinstallationen der Künstlerin Annelies Strba), andererseits als Kofferschrank (mit integrierter Getränkestation). Die runden Verhandlungstische sind aus Nussbaumholz gefertigt – «ein Material, hart wie die Köpfe der Urschwyzer Bevölkerung», sagt Baeriswyl maliziös. Zubereitet und serviert werden die Getränke von den Finanzberatern persönlich. Das schaffe eine familiäre Atmosphäre; Vertrauen und Affinität seien die Basis für Bankgeschäfte. «Dai definiert dabei die Regeln fürs Spiel, die Performance machen die anderen», kommentiert der Geschäftsführer den Hintergrund des Konzepts für die Bank.

Authentisch wirkende Produkte

Etiketten für einen toskanischen Wein, die Weiterentwicklung eines Wasserhahns für die Firma Arwa in Wallisellen ZH oder die Innengestaltung des Nestlé-Hauptsitzes in Vevey am Genfersee: Aus der Vielfalt an Erzeugnissen könnte leicht Beliebigkeit werden. Doch Dai schafft den Spagat. «Unser Design hat keinen dogmatischen Stil, sondern passt sich den Bedürfnissen des Kunden an», erklärt Florin Baeriswyl. «Die Form folgt der Funktion», lautet denn auch das Leitmotiv von Dai seit der Gründung vor 20 Jahren. Und so wirkt jedes Produkt denn auch so, als ob es vom Auftraggeber selbst geschaffen worden wäre.Natur und Einsamkeit sind für Baeriswyl die grössten Inspirationsquellen. Eben ist er von einem Segeltörn vor der türkischen Küste, fernab jeglicher Mobilfunkantennen, zurückgekehrt. «Besonders beeindruckt haben mich die aus wenigen Brettern zusammengenagelten Häuschen, die sich den Stränden entlang finden. Sie strahlen Lebendigkeit aus und funktionieren in aller Einfachheit», sagt der Industriedesigner und Hobbysegler.Zusammen mit dem Holzbauunternehmen Schöb aus Gams SG hat Baeriswyl im vergangenen Jahr sein persönliches Einfamilienhaus entworfen. Innerhalb einer einzigen Woche ist der Elementbau nach Minergiestandard in Küsnacht am Zürichsee aufgestellt worden. Der Prototyp aus vorfabrizierten, modularen Holzbauelementen wirkt in den Augen einiger Beobachter etwas speziell. Für die Autoren des Bildbands «1000 x European Architecture 2007» ist dieser Holzbau aber zukunftsweisend. Durch die grosszügige Fensterfront hat man den Eindruck, mitten in der Natur zu sitzen. In Wirklichkeit sitzt man auf weichen Liegen. Für den entsprechend guten Schlaf sorgen Bico-Flex-Matratzen mit sogenannt «ermüdungsfreien Federn aus Glasfaserkunststoff». Dabei handelt es sich um eine weitere Erfindung von Dai, die sich laut Baeriswyl an der Luft- und Raumfahrttechnologie orientiert.

Chinesische Träume

Er träumt davon, «für uns Schweizer ein intelligentes Elektrofahrrad mit einem dynami-schen Regenschutz zu entwickeln». Es ist deshalb kein Wunder, dass die Homepage des Unternehmers bereits in der chinesischen Sprachversion konsultiert werden kann.

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