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Unglücks-Bohrinsel von Schweizer Firma betrieben

Die Bohrinsel läuft vor Alaska auf Grund; die Betreiber sitzen in der Schweiz. (Bild: Keystone)

Die auf Grund gelaufene Ölbohrinsel von Royal Dutch Shell in Alaska wird von einer Firma mit Sitz in der Innerschweiz betrieben. Eine weitere von deren Bohranlagen wies bereits Mängel auf und kenterte

Von Christian Bütikofer
am 03.01.2013

Vor der Küste von Alaska hat sich bei einem Sturm eine Ölbohrinsel des Konzerns Royal Dutch Shell losgerissen und ist auf Grund gelaufen. Luftaufnahmen der US-Küstenwache liessen zunächst darauf schliessen, dass die Bohrinsel kein Öl verliert.

Nach Angaben der Küstenwache hat die «Kulluk» mehr als eine halbe Million Liter Diesel und andere Ölprodukte geladen. Der Unfall ist ein herber Rückschlag für den britisch-niederländischen Ölkonzern und sein 4,5 Milliarden Dollar umfassendes und ohnehin umstrittenes Ölförderprogramm vor Alaskas Küste.

Zweite Bohranlage mit Mängeln

Die Bohrinsel «Kulluk» wird von Noble Corporation betrieben - die Firma hat ihren Hauptsitz in der Schweiz, im Kanton Zug, wie Konkurrentin Transocean. Die Kulluk wird für 240'000 Dollar pro Tag von Shell geleased, schreibt die amerikanische «Rogers Morning News».

Auch ein zweite Bohranlage, das Bohr-Schiff «Noble Discoverer», ebenfalls zur Zuger Noble Corporation gehörend, wäre in «Dutch Harbour» schon beinahe gesunken, einem Hafen Alaskas. Eine kürzlich von der Coast Guard durchgeführte Inspektion der «Noble Discoverer» zeigte Probleme mit dem Schiffsantrieb sowie den Sicherheits-Systemen, berichtete «The Australian».

Erst festgemacht, dann losgerissen

Die 1983 gebaute «Kulluk» hatte zur Überholung nach Puget Sound geschleppt werden sollen. Am Freitag wurde aber aufgrund eines mechanischen Fehlers die Verbindung zwischen der Bohrinsel und dem sie schleppenden Schiff «Aiviq» gekappt.

Am Montagmorgen konnte die «Kulluk» wieder an der «Aiviq» festgemacht werden, sie riss sich aber bei stürmischem Wetter am Montagnachmittag wieder los und trieb in die Nähe der Kodiak-Inseln. Bereits am Samstag hatte die Küstenwache die 18 Besatzungsmitglieder wegen des Sturms in Sicherheit gebracht.

Shell in der Kritik

Shell hatte mit seinen Plänen im vergangenen Jahr Umweltschützer und Bewohner der sensiblen Region gegen sich aufgebracht. Sie befürchten, dass der Konzern die Risiken einer Ölförderung im Golf von Alaska unterschätzt.

Seit der Explosion der «Deepwater Horizon» des Shell-Rivalen BP und der anschliessenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben die Ölmultis in den USA verstärkt mit Widerstand zu kämpfen.

Artikel mit ausführlichem Material der Nachrichtenagentur SDA.

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