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E-Mobilität
US-Einhorn Bird sticht in Zürich zu

Angestossen: US-Startup Bird lässt sich in Zürich nieder
Angestossen: Das kalifornische E-Scooter Startup lässt sich in Zürich niederQuelle: Getty

Das US-amerikanische Startup Bird ist wie der Blitz zur Milliardenfirma geworden. Jetzt lässt sich die E-Scooter-Verleiherin in Zürich nieder.

Von Andreas Güntert
am 26.09.2018

Zehn Briefkästen und ein Abfallcontainer am Eingang, ein paar Kartonschachteln vor der Haustür, trendige Weinbar ums Eck: Auf den ersten Blick gibt die Zürcher Haslerstrasse nicht viel her fürs Business-Auge. Doch die Adresse bietet mehr als Hipster-Wohnidylle.  

An idyllischer Lage im Zürcher Stadtkreis 3 hat sich sich die kalifornische Tech-Firma Bird ihr Schweizer Domizil gesichert. Das Startup aus Santa Monica ist im boomenden Verleih von Elektro-Trottinetts tätig. Und das mit Schwung: Erst 2017 von Ex-Uber-Manager Travis Vander Zanden gegründet, beträgt der Firmenwert von Bird aufgrund der letzten Investitionsrunden schier unglaubliche zwei Milliarden Dollar.  

Ex-Airbnb-Mann ist der Bird-Chef in Zürich

Als einzige eingetragene Person der Firma Bird Rides Switzerland zeichnet Christian Gessner. Der Deutsche war vormals Länderchef von Airbnb in Brasilien. Auf LinkedIn weist sich Gessner für Bird als General Manager Deutschland, Österreich und Schweiz aus und drückt auf die Karriere-Hupe: «We are hiring!»  

In der kalifornischen Bird-Zentrale wird die Schweizer Gründung zwar bestätigt, man will sich aber nicht in die Karten blicken lassen. «Wir gründen Gesellschaften in vielen Ländern, das ist aber keine Angabe dazu, ob oder wann wir unseren Service dort lancieren.» Gessner liess Anfragen der «Handelszeitung» unbeantwortet.

Wien als dritte europäische Stadt im Bird-Netz

Untätig blieb der Zürcher Chef-Vogel seit der Schweizer Firmengründung anangs September aber nicht. Vor wenigen Tagen lancierte Bird seine E-Scooters in Wien, nach Paris und Brüssel die dritte Stadt in Europa. Viele Städte hatten schlechte Erfahrungen gemacht mit fernöstlichen Mietvielo-Systemen, die ihre Flotten nicht im Griff hatten.

Der kalifornische Neuling hingegen will sich offenbar nicht als Angry Bird sondern als lieblicher Vogel zeigen. Gemäss dem österreichischen Innovationsportal «Trending Topics» war Gessner selber vor Ort und stellte Bird als kooperationswillige Firma dar. Das Unternehmen werde die E-Scooters über Nacht von der Strasse räumen und der Stadtverwaltung Standort-Daten in Echtzeit zukommen lassen.

Der Start in Wien könnte Signalwirkung haben für die Schweiz. Mit Konkurrenz hat Bird hierzulande aber zu rechnen. Rivale Lime, ebenfalls im E-Scooter-Geschäft, ist bereits auf Zürichs Strassen aktiv. 

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