Bei JP Morgan klingeln die Kassen. Ein starkes Investmentbanking und robuste Geschäfte mit Privatkunden haben JP Morgan zu einem Rekordgewinn verholfen. Der Überschuss legte im vierten Quartal um 21 Prozent auf 8,52 Milliarden Dollar zu, wie die grösste Bank der USA am Dienstag mitteilte.

Der Gesamtjahresgewinn stieg auf den neuen Höchstwert von 36,4 Milliarden Dollar. Die JP-Morgan-Aktien legten nach dem unerwartet hohen Ergebnis vorbörslich um 1,9 Prozent zu.

Die Bank habe von der Stabilisierung des weltweiten Wachstums und der guten Stimmung der Verbraucher profitiert, sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Im Investmentbanking konnte JP Morgan im Schlussquartal 2019 starke Zuwächse verbuchen, der Gewinn schoss um 48 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar in die Höhe.

Anleihehandel und Privatkundengeschäft

Vor allem der Anleihenhandel brummte, die Erträge mit festverzinslichen Papieren sprangen um 86 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte dieser Bereich noch unter Turbulenzen an den Finanzmärkten gelitten. Gerade die US-Banken jagen ihren europäischen Rivalen Marktanteile ab.

Im Privatkundegeschäft von JP Morgan kletterte der Gewinn um fünf Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Die Kunden zuckten im Weihnachtsgeschäft öfter die Kreditkarte und nahmen auch mehr Autokredite auf. 

Weitere US-Grossbanken

Die Konsumfreude der Amerikaner lässt auch die Kassen bei der Citi klingeln. Die US-Bank profitierte im vergangenen Jahr von Zuwächsen im Kreditkarten- und Verbraucherkreditgeschäft und steigerte ihren Gewinn im Vergleich zu 2018 um acht Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar, wie das Institut am Dienstag mitteilte.

Auch im Investmentbanking, der zweiten grossen Sparte der Bank, liefen die Geschäfte rund. Insgesamt legten die Erträge um zwei Prozent auf 74,3 Milliarden Dollar zu. Die Citi-Aktien stiegen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um ein Prozent.

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Wells Fargos Gewinn schmilzt

Die skandalgeschüttelte US-Grossbank Wells Fargo leidet einmal mehr unter den Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Allein im vierten Quartal belasteten sie das Ergebnis mit 1,5 Milliarden Dollar, der Gewinn halbierte sich auf 2,87 Milliarden Dollar, wie das Bankhaus aus San Francisco am Dienstag mitteilte.

Auch die Ausgaben für die Verbesserung der Kontrollen sowie der gesunkene Zinsüberschuss drückten das Ergebnis im Schlussquartal. Für das Gesamtjahr wies Wells Fargo einen Überschuss von 19,55 Milliarden Dollar aus - 12,7 Prozent weniger als 2018.

Seit 2016 ist Wells Fargo von einer Serie von Skandalen erschüttert worden, die die Bank Milliarden an Strafen und Wiedergutmachung gekostet haben. So hatten Mitarbeiter unter anderem Phantomkonten im Namen ihrer Kunden eröffnet, um interne Ziele zu erreichen. 

(reuters/mlo)