Die Klinik Meissenberg am Hang bei Oberwil am Zugersee ist eine Spezialklinik. Sie behandelt Frauen mit psychischen Problemen. Vor allem die Behandlung von Depression und Stressfolgeerkrankungen sowie Angst und Störungen der Emotionsregulation gehören zum Angebot. Das Institut erbringt im Auftrag der Kantone Zürich, Glarus und Zug Leistungen und nimmt auch Patientinnen aus dem Ausland auf.

Seit über einem Jahr ermitteln die Justizbehörden Zug im Umfeld der Klinik, die zur ausserbörslich kotierten Aargauer Bad-Schinznach-Gruppe gehört. Ein Sprecher der Strafbehörden bestätigte gegenüber handelszeitung.ch, dass die Staatsanwaltschaft Zug eine Untersuchung gegen fünf Angestellte der Klinik führt. Es geht um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Eine Patientin soll erstickt sein, weil man ihr angeblich Medikamente falsch verabreicht habe. Die Klinik wollte aufgrund der laufenden Ermittlungen zum Fall keine Stellungnahme abgeben.

Falsche Ärztin eingestellt

Die Klinik Meissenberg steht nicht zum ersten Mal ungünstig in der Öffentlichkeit. Mitte 2013 kam heraus, dass eine deutsche Anästhesieschwester einige Monate als falsche Ärztin in der Zuger Privatklinik arbeitete. Doch Meissenberg war nicht alleine Opfer dieser Betrügerin: Die Frau narrte diverse Schweizer Kliniken und die Zuger Staatsanwaltschaft ermittelte auch hier. Die zwei Fälle stehen jedoch nicht in Zusammenhang, bestätigten die Behörden gegenüber handelszeitung.ch.

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Die Aargauer Bad-Schinznach-Gruppe, zu der die Klinik Meissenberg gehört, hat sich auf die Verbindung von Hotellerie- und Gesundheitsdienstleistungen spezialisiert. Die Gruppe hat im vergangenen Jahr 46 Millionen Franken Umsatz gemacht und einen Rekordgewinn von 10,53 Millionen Franken eingefahren.

Spitäler und Hotels

Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident ist Hans Rudolf Wyss. Er ist zusammen mit der Familie Fontana auch Hauptaktionär der Waldhaus Flims Mountain Resort, in deren Hotelpark die Fünfstern-Hotels Waldhaus Flims und Grand Chalet stehen.