Die Familie Haefner dominiert den grössten Autohandelskonzern der Schweiz. Das heisst für Sie weniger Druck, mehr Freiheiten?

Morten Hannesbo: Wer im Wettbewerb steht, spürt den Druck jeden Tag. Aber bei der Amag dürfen wir nachhaltiger und langfristiger denken als in manchen börsenkotierten Unternehmen, das ist richtig. Wir sind nicht quartalsfokussiert, sondern eher aufs Jahr ausgerichtet.

Ihr wichtigster Geschäftspartner ist ein börsenkotierter, anonymer Grosskonzern, Volkswagen. Wie geht das zusammen?
Volkswagen ist im Grund genommen auch ein Familienunternehmen, der Konzern wird faktisch von zwei Familien dominiert. Was der Konzern von den Importeuren erwartet, ist, dass wir mindestens mit dem Markt wachsen. VW investiert Milliarden in Fabriken, in neue Produkte, in Mitarbeiter, in Marketing. Das ganze System braucht allerdings Volumen, damit sich diese Investitionen rechnen. Da erwartet der Konzern zu Recht, dass die Importeure ihren Beitrag leisten.

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Wer setzt die Wachstumsziele wo?
Wir haben Pläne definiert, welche leicht höher liegen, als sie der Konzern verlangt. Wir sind ambitiös. Allerdings ist der Schweizer Markt gesättigt. Gleichzeitig schmerzt uns das Problem der Grauimporte, diese machen ungefähr 7 bis 8 Prozent der Verkäufe aus.

Weil das Preisniveau zu hoch ist?
Vor drei, vier Jahren waren wir definitiv zu teuer. Wenn man den Vergleich korrekt macht – inklusive Leasing-Unterstützung, Servicepaketen, Eintauschmöglichkeiten –, ist der Preisunterschied minim.

Wie gross ist die Preisdifferenz heute?
Vielleicht 5 Prozent zu einem direkt importierten Fahrzeug, das ist vertretbar. Die Kosten in der Schweiz sind höher als im Ausland, auch die Miete, die Arbeitskräfte. Wer einen Grauimport in der Schweiz immatrikuliert, der 6 Prozent -unter dem hiesigen Verkaufsniveau liegt, hat früher oder später ein Problem.

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