Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist erneut gestiegen. Ausgehend von Griechenland und weiteren europäischen Staaten, reagieren die Finanzmärkte erneut sehr empfindlich auf die Ausweitung der Schuldenkrise in Europa. Und wie so oft in solchen Zeiten profitiert einmal mehr der Goldpreis. Die historisch gewachsene Schutzfunktion von Gold wird von Investoren stark gesucht.

Natürlich geschützt mit Gold

Gold weist eine sehr gefragte Eigenschaft auf: Es bietet nicht nur Schutz in unsicheren Marktsituationen, sondern auch gegen Inflation und häufig auch bei Währungsschwankungen. So hat sich der Goldpreis während der letzten Finanzmarktverwerfungen nicht nur stabil entwickelt, er hat in allen Währungen sogar zugelegt. Insbesondere bietet Gold einen natürlichen Schutz vor Wertverlusten infolge Abwertung des Dollars. Angesichts des weltweiten, historisch einmaligen wirtschaftspolitischen Zinslockerungskurses und der rekordhohen Haushaltsdefizite stehen Inflations- und Währungsschutz bei vielen Marktteilnehmern im Vordergrund.

Wann macht der Hedge Sinn?

Aus den genannten Gründen wird Gold in der Regel als realer Sachwert in der Landeswährung eines Anlegers gekauft. Für Schweizer Anleger empfehlen sich daher Gold-ETF in Franken. Die Tatsache, dass der Goldhandel weltweit grösstenteils in US-Dollar abgewickelt wird, lässt vermuten, dass eine Goldanlage auch das Währungsrisiko des Dollars beinhaltet. Meistens steigt der Goldpreis in Dollar, während sich der Dollar gleichzeitig abschwächt und umgekehrt - wenn auch nicht immer in gleichem Ausmass. Dies zeigt sich auch in der gemessenen negativen Korrelation von minus 0,48.

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Für den Schweizer Anleger ergeben sich dadurch in Schweizer Franken gesehen deutlich geringere Kursschwankungen des Goldpreises als in Dollar. Diese Differenzierung resultiert aus der Tatsache, dass sich der Goldpreis als weltweit etabliertes Werterhaltungsinstrument auch aus der internationalen Nachfrage-Angebots-Situation ergibt. Hat nun der Dollar aus inneramerikanischen Gründen wie Handelsbilanz- und Haushaltdefizit, Staatsverschuldung, Immobilienkrise etc. eine Schwächephase, wird dies meistens durch einen höheren Goldpreis in Dollar kompensiert.

Währungsabsicherungen bei Gold-ETF in Schweizer Franken oder Euro sind daher grundsätzlich nicht notwendig. Wenn jedoch ein Anleger eine Goldanlage tätigen will und dabei von der negativen Entwicklung des Dollarkurses überzeugt ist, können währungsabgesicherte - sogenannte gehedgte - Gold-ETF für diesen Fall durchaus sinnvoll sein. Während das Anlageziel beim nichtabgesicherten ETF aus der Entwicklung des Goldpreises in Franken besteht, ist es beim währungsabgesicherten ETF die Entwicklung des Goldpreises in Dollar. Aus diesem Grund muss der Fondsmanager den jeweiligen Dollar-Wert des Goldbestandes gegen Schweizer Franken auf Termin verkaufen.

Absicherung gibts nicht gratis

Was die Kosten von gehedgten ETF anbelangt, entstehen diese durch die laufende Devisenabsicherung. Sie werden mehr oder weniger aus dem Zinsunterschied zwischen den Währungen verursacht. In der aktuellen Situation sind diese relativ gering. Mit steigenden Zinsen würden diese Absicherungskosten jedoch deutlich ansteigen. So betrug beim ältesten in der Schweiz währungsabgesicherten Gold-ETF die Renditedifferenz zum Goldpreis in Dollar zwischen Oktober 2008 und März 2010 rund minus 3%. Diese Differenz ergab sich aus der Managementgebühr und den Absicherungskosten. Die stetigen Kursveränderungen verunmöglichten eine perfekte Absicherung, was sich auf die Performance negativ auswirkte.

Performance hängt auch an Gold

Zudem darf nicht vergessen werden, dass durch die Devisenverkäufe ein Gegenparteirisiko gegenüber der Depotbank entsteht, welches bei den auf hohe Sicherheit bedachten Gold-ETF-Anlegern in die Überlegungen miteinbezogen werden sollte. Gerade aus dieser Optik spielt die Auswahl des Emittenten eine zentrale Rolle.

Wer also auf gehedgte Gold-ETF setzen will, sollte dies bewusst in der Überlegung machen, dass damit wirtschaftlich gesehen zwei Positionen eingegangen werden: Der Kauf des physischen Goldes einerseits sowie der Währungsverkauf des Dollars auf Termin anderseits. Deren kombinierte Kursentwicklung kann denn auch stark von der Entwicklung des Goldpreises in Franken abweichen. Die Vergangenheit hat auch bei Profis gezeigt, dass Prognosen punkto Währungsentwicklung schwierig sind.

Aus diesem Grund sind abgesicherte Gold-ETF hauptsächlich professionellen Anlegern zu empfehlen, welche die Währungsentwicklung regelmässig beobachten und sich dazu eine klare Meinung bilden. Konservative Privatanleger sollten sich hingegen eher auf nichtabgesicherte Gold-ETF in ihrer Landeswährung und ohne Gegenparteirisiko konzentrieren.