Was möchten Sie in Ihrer neuen Funktion bewirken? Die Automobilmarken von General Motors ­- Opel, Saab und Chevrolet ­- im Schweizer Markt voranbringen und wieder dort positionieren, wo sie hingehören:Auf die vorderen Plätze. In den letzten fünf Monaten ist viel passiert: Opel Suisse ist von Biel nach Glattbrugg umgezogen, Saab Schweiz wurde integriert, und es entstand -wieder ­die General Motors Suisse SA. Ein nächster Schritt ist die Eingliederung von Chevrolet Schweiz. Die Herausforderung und Faszination wird darin bestehen, diese drei Marken zu einer starken GM-Marke zu formen und somit ein erfolgreiches Team für die Zukunft zu schaffen.

Wie wichtig ist Ihnen Geld? Mit Geld messen wir die wirtschaftliche Tätigkeit. Ich glaube jedoch nicht daran, dass sich die menschliche Existenz einzig und allein durch den Faktor Geld ausdrücken lässt. Es gibt noch einige andere Faktoren, welche das Leben wirklich lebenswert machen und bereichern. Diese sind mit Geld nicht bezahlbar.

Was langweilt Sie? Endlose Sitzungen, an denen Leute nicht zum Punkt kommen wollen.

Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt? «Good to Great» von Jim Collins. Faszinierend, wie ganz einfach durch empirische Untersuchungen dargestellt wird, was es braucht, dass aus einer «guten» Firma eine «grossartige Unternehmung» entsteht. Ich habe bewusst die Wörter Firma und Unternehmung gewählt, weil ich das Gefühl habe, dass wir zwar viele Firmen haben, aber nur einige wenige das praktizieren, was man als «unternehmen» bezeichnen kann, wie beispielsweise Innovation, Risiko, soziale Verantwortung und so weiter.

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Womit haben Sie als Kind am liebsten gespielt? In meinem Zeitalter gab es noch keine Playstation und Gamecubes. Ich hatte eine grosse Kiste mit Lego. Dann habe ich mit meinen Freunden Lego gespielt. Und Autos gebaut ...

Was macht Sie traurig? Lethargie und Mutlosigkeit. Wir alle hier in Westeuropa leben auf einem relativ hohen Lebensniveau, und dennoch habe ich nirgendwo so viele unzufriedene Menschen getroffen wie hier. Bei meinen Auslandeinsätzen in Asien oder Südamerika habe ich viele Menschen gesehen, welche materiell viel weniger hatten, sozial nicht so gut abgesichert sind, jedoch viel mehr Energie, Lebensfreude und Hoffnung ausstrahlten. Mit genau diesem Potenzial werden uns jene Länder eines Tages einholen, wenn wir uns nicht wieder auf unsere Tugenden besinnen, die elementar für unseren Erfolg waren und sind.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint? Bei meiner Heirat und der Geburt meiner Kinder ­- und zwar aus Freude. Das sind Momente, die mit Geld nicht bezahlbar sind, das Leben aber ungemein bereichern.

Wer ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben? Meine Frau, ohne ihr aktives und passives Coaching wäre ich nie dort gelandet, wo ich heute bin. Meine Kinder, welche für mich die Quelle immer wieder neuen Lebensgeistes sind.

Was würden Sie gerne erfinden? Natürlich das Auto der Zukunft, welches sicher und individuell ist sowie auch mit unserer Umwelt im Einklang steht.

Welches Erlebnis hat Sie am meisten geprägt? Am meisten geprägt haben mich sicher die letzten 14 Jahre im Ausland in ganz verschiedenen Kulturen wie Amerika, Südeuropa, Asien, Südamerika und Vorderer Orient. Ich möchte das ganz einfach als Horizont- und Bewusstseinserweiterung benennen.

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Was ist Ihr persönlicher Alptraum? Ohne meine Familie leben zu müssen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung? Golf, Tennis, Tauchen, Joggen, Schwimmen, Lesen. Gut essen und trinken, am liebsten in meiner zweiten Heimat Portugal.

Welche Fähigkeiten hätten Sie gerne? Hellseher sein. Damit könnte man Fehler und Fehlentscheidungen vermeiden.

Wie lautet Ihr Lebensmotto? «Wir können mehr, als wir selber glauben ­ wir müssen es nur versuchen! Wer dieses Gefühl einmal kennt, wird sich nie wieder mit weniger zufrieden geben.»

Welchen Traum wollen Sie sich erfüllen? Eine Quinta im Alentejo in Portugal, mit Tieren, vor allem Pferden, und dann einfach so in die Morgendämmerung reinreiten.

Steckbrief

Name: Tom Anliker

Geboren: 23. Juni 1962

Zivilstand: Verheiratet

Wohnort: Aktuell Wiesbaden (Deutschland), ab 1. Juli 2005 Zürich

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Ausbildung: Lic. rer. pol., Universität Basel

Bisherige Funktion: Direktor Verkauf Flotten- und Nutzfahrzeuge Mitteleuropa für die Adam Opel AG, Rüsselsheim

Neue Funktion: Generaldirektor General Motors Suisse SA, Glattbrugg