Paul Grossenbacher: Die Nutzfahrzeugsparte der Mercedes-Benz (Schweiz) AG ist mit dem Geschäftsgang sehr zufrieden. Es ist uns gelungen, die sehr guten Resultate aus dem Vorjahr nochmals zu steigern. Speziell die schweren Nutzfahrzeuge mit dem Atego, Axor, Econic und vor allem dem Actros trafen 2007 auf eine starke Nachfrage. Unsere Kunden schätzen die zuverlässige Fahrzeugqualität bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit unserer Produkte. Jürg Hörzer: Wir hatten einen sehr hohen Auftragseingang und sind deshalb grundsätzlich zufrieden. Ein Problem blieben aber die langen Lieferzeiten, die auf den enormen Bestelleingang in den osteuropäischen Ländern zurückzuführen sind – Russland importiert inzwischen sogar Volvo-Lastwagen aus dem eher schwach laufenden US -Markt.Achim Ziemons: MAN Nutzfahrzeuge hat ihre Rekordfahrt fortgesetzt und im Jahr 2007 die selbst gesteckten, hohen Ziele erreicht. Dabei verzeichneten alle Modellreihen Steigerungen gegenüber dem Vorjahr. Es ist gelungen, die sehr guten Resultate aus dem Vorjahr nochmals zu steigern, teilweise sogar massiv. Besonders die Markteinführung der beiden neuen schweren Baureihen MAN TGX und TGS im September 2007 hat dabei alle Erwartungen übertroffen, was die Verkaufszahlen der neuen Modelle von September bis Ende 2007 eindrucksvoll belegen. Dass wir mit den neuen Baureihen MAN TGX und TGS die vielfältigen Wünsche der Kunden erfüllen konnten, haben wir durch die Auszeichnung «Truck of the Year 2008» erfahren. Gerhard Waser: Mit dem zu Ende gegangenen Jahr dürfen wir aus der Sicht der Scania Schweiz AG zufrieden sein. Mit insgesamt 725 verkauften Nutzfahrzeugen konnten wir das Marktwachstum von knapp über 10% im Jahr 2007 fast identisch mitgehen. Besonders erfreulich für uns war die unerwartet hohe Nachfrage nach den neuen EGR-Euro-5-Motoren. Viele Schweizer Transportunternehmer sind nach wie vor nicht restlos von der AdBlue-Technologie überzeugt und setzen lieber auf die innermotorische Lösung von Scania.Franz Häfliger: Das Jahr 2007 verlief sehr erfreulich, haben wir doch in allen Bereichen von den Transportern, den mittelschweren bis zu den schweren Nutzfahrzeugen die Auslieferungen wie auch die Auftragseingänge gesteigert. Die Marktanteile 2007 konnten wir im Transporterbereich von 3,5–6,0 t in einem stark steigenden Markt auf 21,3% leicht erhöhen und sind somit Marktführer in diesem Segment. Im mittelschweren Markt (6,1– 15,9 t), der sich schweizweit rückläufig (–13%) darstellt, hat Iveco den Marktanteil auf 30% ausgebaut. Im schweren Nutzfahrzeugsegment wurde der Iveco-Anteil um 1,5% Prozentpunkte gesteigert.

Grossenbacher: Die Aussichten für das Jahr 2008 stimmen uns sehr zuversichtlich. Die Nutzfahrzeugsparte der Mercedes-Benz (Schweiz) AG verfügt über ein gutes Produktportfolio. Die Gesamtlage der Schweizer Wirtschaft wird sich voraussichtlich ebenfalls positiv entwickeln. Somit ist die Basis für ein erfolgreiches 2008 gelegt. Unser professionelles und kompetentes Händlernetz ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Zudem werden wir im kommenden Jahr unseren Kunden den neuen Actros präsentieren. Wir sind sicher, dass er nahtlos an seinen Vorgänger anschliesst und weiterhin der meistverkaufte Lastwagen der Schweiz sein wird. Hörzer: Unser Absatzziel für 2008 liegt bei den Nutzfahrzeugen über 8 t Gesamtgewicht bei 1000 Fahrzeugen. Dabei gehen wir in diesem Segment von einem Gesamtmarkt von rund 5000 Einheiten aus.Ziemons: 2007 war ein ausserordentlich gutes Verkaufsjahr, nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa – was MAN betrifft – befand sich der Absatz der schweren Nutzfahrzeuge in einem Rekordhoch. Der Konzern erreichte 2007 erstmals die magische Zahl von mehr als 100000 Fahrzeugen. Durch die hohe Nachfrage konnten die Kapazitäten in den Produktionsstätten voll ausgelastet werden. Eine starke Auslastung zeichnet sich auch bereits für das angefangene Jahr ab und stimmt für den schweizerischen Markt überaus positiv. Waser: Für das neue Jahr haben wir uns ein Ziel von 800 verkauften Nutzfahrzeugen ab einem Gesamtgewicht von 16 t gesetzt. Durch die gute Wirtschaftslage im vergangen Jahr und aufgrund der Aussicht, dass die Euro-3-Fahrzeuge per 1. Januar 2009 in die mittlere LSVA-Klasse zurückgestuft werden, gehen wir für das Jahr 2008 von einem erneut hohen Ersatzbedarf an modernen und umweltfreundlichen Nutzfahrzeugen aus.Häfliger: Mit unserer modernen Produktpalette, mit dem bekannten Daily im Transporterbereich, mit dem 2007 neu lancierten Stralis und dem überarbeiteten Trakker im schweren Bereich, wollen wir die Absatzzahlen von 2007 mit einer leichten Steigerung halten. Einen leicht höheren Auftragseingang erwarten wir mit dem in Kürze neu vorzustellenden EuroCargo, der die Produkterneuerung innerhalb der gesamten Iveco-Palette abschliesst.

Grossenbacher: Wir sind der Auffassung, dass die Nachfrage über alle Branchen hinweg hoch sein wird. Wir stützen unsere Meinung auf den Bestand an Euro-2/3-Fahrzeugen in der Schweiz, die durch die LSVA im Vergleich zu Euro 4/5 einen Wettbewerbsnachteil haben. Zudem wird die Wirtschaftslage nach wie vor breit abgestützt positiv bewertet. Die Beschaffung in der Baubranche könnte gegen Ende 2008 etwas nachlassen. Hörzer: Bei rund 40% der Lastwagen, die in der Schweiz im Einsatz stehen, handelt es sich um Euro-3-Fahrzeuge, von denen viele eine hohe Kilometerleistung erbringen. Durch die kommende Umstufung von Euro-3 in die mittlere LSVA-Kategorie erwarten wir, dass ein grosser Teil dieser Fahrzeuge in den kommenden zwei Jahren ausgetauscht wird. Vor allem im mittelschweren und schweren Verteilerverkehr gehen wir von einer starken Nachfrage aus.Ziemons: Die Aussichten für das Jahr 2008 stimmen uns sehr zuversichtlich. Nach einem wirtschaftlich erfolgreichen Jahr 2007 gehen wir davon aus, dass sich der Nutzfahrzeugmarkt in der Schweiz auch 2008 in einem ähnlichen Volumen wie im Jahr 2007 bewegen wird. Für MAN gesehen sind wir optimistisch, dass die Nachfrage hoch bleiben wird und rechnen mit ungefähr dem gleichen Gesamtmarkt wie 2007. Ein wichtiges Thema ist und bleibt die Umwelt: MAN hat dazu sparsame, saubere und leistungsstarke Motoren entwickelt und wird diese Entwicklung 2008 mit Nachdruck weiter verfolgen. Waser: Durch die gute Ertragslage im vergangenen Jahr werden über alle Branchen vermehrt Fahrzeuge ersetzt werden können. Am höchsten wird der Ersatzbedarf jedoch im Bereich der Überlandfahrzeuge sein, da diese die höchste Jahreskilometerleistung zurücklegen und somit auch am stärksten von der LSVA betroffen sind. Häfliger: Die nach wie vor günstige Wirtschaftslage und das noch immer anstehende hohe Bauvolumen werden ein leichtes Wachstum in allen Bereichen ergeben. Wobei wir im nationalen Verteilerverkehr bzw. im Schnelldienst noch Wachstumspotenzial erkennen. Sicherlich wird auch eine weitere Nachfrage an emissionsarmen Fahrzeugen bestehen, vor allem mit der weiteren Erhöhung der LSVA-Kosten. Wir gehen davon aus, dass viele Fahrzeughalter ihre Fahrzeuge der Euro-Klassen 0, 1 und 2 durch neue Produkte ersetzen werden.

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Grossenbacher: Eine schwierige Frage. Wenn wir rückblickend auf die grossen Übernahmen 2007 schauen, so gab es verschiedene Gründe. Inwieweit dabei die LSVA-Erhöhung eine Rolle spielte, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir sind jedoch überzeugt, dass durch die LSVA-Erhöhung der Wettbewerbsdruck weiter zunimmt und seine Spuren hinterlassen wird. Hörzer: Die grosse Konzentrationswelle, vor allem im Stückgutbereich, hat sicher zwischen 2001 und 2004 stattgefunden. Wir gehen aber davon aus, dass durch die nochmals extrem gestiegenen LSVA-Abgaben die eine oder andere Unternehmung noch gezwungen sein wird, sich einem grösseren Mitbewerber anzuschliessen, um weiter bestehen zu können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele mittelständische Unternehmungen, welche sich in interessanten Nischen positioniert haben und dort erfolgreich tätig sind.Ziemons: Wir rechnen nicht mit einer weiteren Konzentration im Schweizer Strassentransportgewerbe in diesem Jahr.Waser: Die Konzentration wird auch im Jahr 2008 keine Pause einlegen, da der Preis- und Wettbewerbsdruck nach wie vor sehr hoch ist. Eine Konzentration bringt jedoch auch immer wieder Chancen für Nischenanbieter, welche Arbeiten oder Dienstleistungen ausführen dürfen, wo die Person und nicht die transportierte Ware im Mittelpunkt steht.Häfliger: Die vom Bund auferlegten höheren Strassengebühren zwingen jeden Transportunternehmer, die Fahrten noch genauer zu planen und somit allfällige Leerfahrten zu vermeiden. Ein Zusammenschluss von weiteren Transportunternehmen hängt von der jeweiligen Finanzkraft oder der Nachfolgeregelung eines jeden Unternehmens ab. Jedoch wird es eine weitere Verdichtung in Bezug auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Transportunternehmer geben.