Logitechs Wahl für die Nachfolge des langjährigen CEO Bracken Darrell überraschte: Mit Hanneke Faber erhält der Tech-Hersteller eine neue Konzernchefin, die sich bisher in der Konsumgüterindustrie einen Namen machte, zuletzt als Leiterin des Nahrungsmittelgeschäfts von Unilever. Statt mit Knorr-Bouillon und Hellmann's-Mayonnaise wird sich die 54-Jährige nun mit Wearables und anderem Computerzubehör beschäftigen.

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Fabers Amtsantritt am 1. Dezember verhilft dem Swiss Market Index gleich zu einer doppelten Premiere – die Niederländerin wird die erste CEO in der von Männern dominierten Gruppe der zwanzig grössten Schweizer Konzerne. Und da Logitech mit Wendy Becker bereits eine Präsidentin hat, wird erstmals ein SMI-Konzern von zwei Frauen geführt. 

Hanneke Faber dürfte in dieser Vorreiterrolle durchaus Vorteile sehen, in einem Interview mit der britisch-niederländischen Handelskammer zeigte sie sich jedenfalls als Fürsprecherin für mehr Vielfalt auf Chefetagen: «Es steckt ein riesiger Vorteil in Diversität und darin, sowohl Frauen als auch Männer an der Spitze zu haben. Wenn es eine Mischung aus Frauen und Männer gibt, entstehen bessere Ideen. Es gibt mehr Kreativität, und es macht auch mehr Spass.»

Spitzenschwimmerin mit Vergangenheit in der Schweiz

Nun muss die Retail-Spezialistin beweisen, dass sie in das neue Geschäftsfeld eintauchen kann. Mit Tauchgängen kennt sich die 54-Jährige aber aus, war sie doch früher Spitzentaucherin und nahm in dieser Disziplin auch an den Schwimm-Weltmeisterschaften 1986 in Madrid teil. Die fünfsprachige Managerin mit Universitätsabschluss in Journalismus und drei Kindern wird zuerst am Konzernsitz von Logitech bei Lausanne arbeiten, bevor sie ins Silicon Valley zum dortigen Sitz des binationalen Konzerns übersiedelt.

Die Schweiz kennt Faber schon sehr gut, ganze neun Jahre verbrachte sie ab dem Jahr 2000 als Managerin bei Procter & Gamble Schweiz in Genf. Ihr Mann, der US-Grieche Aristotle Economon, ist immer noch hierzulande tätig und führt in Genf ein Immobilienunternehmen.

Von Faber dürfte mit klaren Ansagen zu rechnen sein. «Als Organisation gilt es, Ziele zu setzen, denn ohne Ziele wird nichts passieren», sagte die Managerin im Interview mit der britisch-niederländischen Handelskammer. Und das Topmanagement stehe in der Verantwortung, die Ziele auch zu erreichen, «das ist entscheidend». 

Dieser Artikel erschien erstmals am 31.10.2023 und wurde aus Anlass des Amtsantritts von Faber angepasst und neu veröffentlicht.