Mehr Ferien? Das macht die gebeutelte UBS seit Anfang Juni möglich. Unter dem offiziellen Motto «Mehr Zeit zur Erholung» bietet die Grossbank ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich mehr Ferien zu kaufen. Das Angebot gilt für eine oder zwei Wochen zusätzliche Ferien. Eine Woche kostet dabei 5/261 des jeweiligen Brutto-Jahressalärs. Die komplizierte Formel entspricht nichts anderem als dem Lohn für eine Arbeitswoche. Damit dürften die Zeiten vorüber sein, in denen die hart arbeitenden Banker ihre Familien nur noch von Bildern auf ihren Schreibtischen her kennen.

Die UBS liefert in einem der «Handelszeitung» vorliegenden, internen Schreiben eine ganze Reihe von Argumenten für die zusätzlichen Ferien. So wird neben «mehr Zeit für Persönliches» auch mit dem Argument geworben, dass sich dadurch das steuerbare Einkommen reduziert und somit auch die Steuerlast. Profitieren können jedoch nur Mitarbeiter, die ein 100%-Pensum haben und nicht in einem befristeten oder gekündigten Arbeitsverhältnis stehen.

Auch zum Wohl der Bank

Ganz uneigennützig ist das Ferienprojekt nicht. Die UBS lanciert damit eine weitere Massnahme für eine individuelle und freiwillige Arbeitszeitreduktion, ohne zu Zwangsmassnahmen greifen zu müssen. Denn die Grossbank steckt noch immer tief im Finanzkrisenschlamassel. Vor wenigen Tagen sagte UBS-Verwaltungsrat Bruno Gehrig an einem Kundenanlass, die UBS sei «noch immer nicht über den Berg». Entsprechend müssen auch die Kosten weiter gekürzt werden.

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Ebenfalls noch ungelöst ist die künftige Rolle des Bundes bei der Grossbank. In einem Interview mit der Schweizer Depeschenagentur (SDA) erklärte Finanzminister Rudolf Merz am Freitag, dass die Pflichtwandelanleihe nicht sofort verkauft werde, sondern erst, wenn die Grossbank stabil genug sei, um die gesetzlichen Eigenmittel-Anforderungen zu erfüllen. Damit bleibt der Bund auch nach Auslaufen der Frist für die Wandelanleihe weiterhin bei der UBS engagiert. Die Investoren werteten den Entscheid als positives Signal und bedankten sich am Dienstag mit einem leichten Kursplus.