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Nachmieter
Wer sich die ehemaligen OVS-Filialen schnappt

OVS Ende
OVS-Konkurs: 140 Filialen wurden durch die Pleite frei.Quelle: © KEYSTONE / WALTER BIERI

Nach dem Konkurs von OVS wurden 140 Filialen frei. Zu den Nachmietern gehören Kleiderketten – und der Detailhändler Aldi.

Von Maren Meyer («Blick»)
am 27.01.2019

Wer folgt auf OVS? Nach dem plötzlichen Aus der italienischen Billigmodekette im vergangenen Jahr wurden schweizweit auf einen Schlag rund 140 Geschäftsflächen frei. Die Suche nach potenziellen Nachmietern läuft seither auf Hochtouren. Nun sind einige der neuen Mieter bekannt. Die Bilanz bisher: Auf Billigmode folgt Billigmode.

Eine Umfrage des «Blick» zeigt: Zu den Mietern, die bisher die meisten Filialen übernommen haben, gehören C&A, Chicorée, Aldi Suisse, Dosenbach und Vögele Shoes.

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Teurer Leerstand

Neben den Immobilienfirmen Privera und Loreda Real Estate sowie den Lebensmitteldetailhändlern Migros und Coop ist die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPS) Vermieterin: Acht ihrer Liegenschaften mit über 10'000 Quadratmetern wurden von OVS genutzt. Wie der «Blick» berichtete, kostete der Leerstand SPS über eine Million Franken. 

Nun sind alle Filialen neu vermietet: Neben Dosenbach, New Yorker, Coop und Aldi Suisse ziehen der dänische Detailhändler Søstrene Grene, Migros Voi und die Basler Kantonalbank ein. Neuer und noch unbekannter Mieter in Winterthur: ein bekannter Finanzdienstleister, der laut SPS noch nicht genannt werden will. 

«Insbesondere erfreut mich, dass wir den Anteil an Mode und Bekleidung erheblich reduzieren und in Summe höhere Erträge für die Standorte erzielen können», wird SPS-CEO Peter Lehmann in einer Mitteilung zitiert.

Chicorée will rund 10 Filialen übernehmen

Die Billigmodekette Chicorée hatte bereits im vergangenen Jahr sieben ehemalige OVS-Filialen übernommen – unter anderem in Egerkingen, Romont, Biasca und Buchs. Weitere sollen folgen: «Derzeit stehen wir in Verhandlungen für drei bis vier weitere Standorte», sagt Pressesprecher Pascal Weber

Zwei der Chicorée-Standorte werden durch die Migros vermietet. Insgesamt muss der Lebensmitteldetailhändler 13 ehemalige OVS-Filialen neu vermitteln. 

Bei acht ist dies bereits geglückt: In Köniz zieht Vögele Shoes ein, die Modekette C&A findet im Surseepark eine neue Verkaufsfläche, in Bürglen UR kommt der Textildiscounter Takko rein und in Stans und Sarnen wird Dosenbach neuer Mieter. «Für die anderen Standorte sind Gespräche mit potenziellen Nachmietern im Gange oder es werden Umnutzungen geprüft», sagt Migros-Sprecher Luzi Weber.

Coop als Vermieter auf gutem Weg

Ein weiterer Vermieter ehemaliger OVS-Flächen ist Coop. Der Lebensmitteldetailhändler konnte bereits elf seiner insgesamt 14 Flächen weitervermitteln. Viele davon befinden sich in den 40 Coop-eigenen Shoppingzentren. Zu den neuen Mietern gehören unter anderem Fnac, H&M, La Halle, Jysk oder Vögele Shoes. 

Aldi Suisse bestätigt ebenfalls einige OVS-Standorte übernommen zu haben: Filialen bestehen bereits in Freiburg und Frick. Im Frühjahr und Mitte Jahr sollen zwei weitere in Rickenbach und Luzern aufgehen.

1180 Mitarbeiter entlassen

Insgesamt befinden sich rund 66 der 139 Geschäftsflächen in Shoppingzentren. Wer Einzug ins Shoppi Tivoli in Spreitenbach hält, steht zwar schon fest, bleibt aber vorerst geheim: «Wir haben einen geeigneten Nachmieter für die ehemalige OVS-Fläche gefunden», sagt Centerleiter Patrick Stäuble. Vertraglich sei jedoch noch nicht alles geregelt. 

OVS gehört der italienischen Sempione Fashion AG und hatte im Dezember 2016 in der Schweiz Charles Vögele übernommen. Das Modegeschäft lief jedoch harzig und der Detailhändler eröffnete im August 2018 den Konkurs. Alle 1180 Mitarbeiter erhielten die Kündigung.

Artikel aus dem «Blick»

Dieser Artikel wurde im Wirtschaftsressort des «Blick» veröffentlicht.

www.blick.ch/wirtschaft
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