Der schleppend angelaufene Online-Zahldienst Paydirekt kommt einen Schritt voran: Das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken gewinnt wichtige Händler, um Kunden mehr Einkaufsmöglichkeiten im Internet zu bieten. «Zwölf grosse Händler mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro im Online-Handel haben zugesagt», sagte Paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt der Deutschen Presse-Agentur.

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Darunter seien der Internet-Shop der Deutschen Post und des Modehändlers Adler sowie der Optikversand Linsenplatz.de, der Bürobedarfshändler Drucker.de und der Badshop Reuter.de. Die Drogeriemarktkette dm plane ebenfalls teilzunehmen. Sie sollten bis zum Weihnachtsgeschäft an Paydirekt angebunden werden.

Start im 2015

Deutsche Banken und Sparkassen hatten Paydirekt im vergangenen Jahr gestartet. Mit dem eigenen Internet-Bezahldienst wollen sie dem US-Konkurrenten Paypal Paroli bieten und im wachsenden Internethandel Bankkunden an sich binden. Diese können bei Paydirekt über das eigene Girokonto per Benutzername und Passwort online einkaufen. Die Daten bleiben somit bei der Hausbank und auf Servern in Deutschland.

Doch das Projekt lief langsam an. Nach einer ersten Online-Zahlung am 17. August 2015 in der Pilotphase schaltete die Hypovereinsbank im vergangenen November Paydirekt für ihre Kunden frei. Die Deutsche Bank, Commerzbank und Genossenschaftsbanken folgten, die Sparkassen mit ihren vielen Privatkunden zogen im Frühjahr nach. Für das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft kam Paydirekt zu spät.

Grosser Abstand zu Paypal

So bleibt der Abstand zum Wettbewerber Paypal, der schon seit 2004 auf dem deutschen Markt ist, gross: Während die mehr als 16 Millionen Kunden des US-Dienstes hierzulande in über 50'000 Online-Geschäften zahlen können, bietet Paydirekt erst 160 Händler. Der Dienst hat Bartelt zufolge 600'000 registrierte Kunden. Jede Woche komme eine fünfstellige Zahl dazu.

Das überschaubare Angebot an Händlern - darunter wenige namhafte Adressen - gilt bisher als Schwäche von Paydirekt. Der Handelsriese Metro etwa mit seinen Marken Media Markt und Saturn will erst bis zum Weihnachtsgeschäft dazu stossen. Momentan liege der Fokus darauf, Händler zu gewinnen, sagte Bartelt. Ab Herbst werde man verstärkt Werbung an Endkunden richten, um die Zahl der Nutzer zu steigern. "Im Weihnachtsgeschäft wollen wir ein bedeutsamer Anbieter sein.

(awp/chb)