Die Schweizer Kantone liefern sich einen harten Wettbewerb. Sie werben eifrig, dass Firmen sich ansiedeln, investieren und so Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen. In einem jährlichen Vergleich der Credit Suisse stand der Kanton Zug unangefochten auf Rang 1 – seit Beginn im Jahr 1997. Jetzt aber zeigen sich erstmals die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform, die im Mai 2019 vom Stimmvolk angenommen wurde.

Basel-Stadt bietet mit 13 Prozent Gewinnsteuer neu einen entscheidenen Vorteil für Unternehmen. Der Kanton senkte die Abgabe rückwirkend seit Anfang 2019, der Steuersatz zählt damit zu den niedrigsten in Europa. Für Basel-Stadt bedeutet das Rang 1 als Wirtschaftsstandort der Schweiz – nirgends sonst sind die Steuersätze so niedrig in Kombination mit weiteren positiven Faktoren.

 

Grafik Standortattraktivität der Kantone im Vergleich
Quelle: Credit Suisse

Grafik: Standortqualität der Schweizer Kantone im Vergleich 2019 (synthetischer Index, CH = 0)

Die Autoren der Studie erwarten, dass die Unternehmenssteuerreform in den kommenden sechs Jahren für Bewegung im Ranking sorgen wird. Bis 2025 wird es einen Wettbewerb nach unten geben: Viele Regionen werden die wichtige Stellschraube bedienen. Ein Beispiel ist der Kanton Waadt; die Gewinnsteuer liegt dort neu 13,8 Prozent. Das bedeutet Rang 8 im Kantonsvergleich, Waadt schafft damit einen Sprung um neun Ränge nach vorne. Auch Zug plant bereits geringere Abgaben, dürfte Basel-Stadt also absehbar wieder überholen.

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Die Steuerschraube ist der einfachste Hebel für die Kantone, um im Wettbewerb zu punkten. Weitere Faktoren wie die Verkehrsanbindung oder die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal lassen sich nur durch langfristige und teure Investitionen beeinflussen. Selbst das Milliardenprojekt des neuen Gotthardtunnels zum Beispiel erhöht die Erreichbarkeit der Region nur gering im Vergleich zu den grossen Zentren. Fahrzeiten bleiben aber ein entscheidender Faktor für Unternehmen, ebenso der Pool an Fachkräften, der sich in der Schweiz hauptsächlich auf Zürich, Genf, Lausanne, Basel und Bern konzentriert.

Grafik: Hochqualifizierte in der Schweiz (Anteil der Personen im Erwerbsalter mit Tertiärausbildung, in Prozent):

Grafik Verteilung von Hochqualifizerten in der Schweiz
Quelle: Credit Suisse
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