Mit Roger Federer habe Emmi aufs richtige Pferd gesetzt, sagt der Chef des Marketings. Der Tennis-Star bringe viel Image, Goodwill und Aufmerksamkeit.

Ihr Werbeträger Roger Federer hat gerade das Masters gewonnen. Wie viel kostet Sie dieser Sieg?

Erich Kienle: Ich habe zuerst einmal viel Freude über den Sieg von Roger Federer. Aber Sie interessieren sich ja für den Aufwand. Leistung und Gegenleistung sollten sich im Sponsoring die Waage halten. Wir sind überzeugt, dass durch den Turniersieg von Roger Federer auch Emmi und die mit ihm beworbenen Produkte weiter an Attraktivität gewinnen, also ein Image-Transfer stattfindet. Zu Beträgen machen wir keine Angaben, das haben wir so abgemacht.

Sie haben mit Federer einen leistungsbezogenen Sponsoring-Vertrag unterzeichnet. Je besser er spielt, desto mehr kostet es Emmi.

Kienle: Roger Federer wurde für uns interessant, als er letztes Jahr die Aussage machte, dass er die Nr. 1 werden will. Roger ist voll auf Kurs und demonstriert, dass er die gesteckten Ziele erreicht ­ das passt hervorragend zu uns. Ein leistungsbezogener Sponsoring-Vertrag ist für beide Partner die beste Lösung. Für den Sportler ist es zusätzlich eine Motivation und für uns ist es höchst erfreulich, denn wir haben, wie man so schön sagt, auf das richtige Pferd gesetzt.

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Zahlt sich das Engagement aus?

Kienle: Diese Frage kann unmöglich nach einem Jahr beantwortet werden. Die Mindestvertragsdauer ist drei Jahre, danach können und müssen wir Bilanz ziehen. Das Feedback, das wir bekommen, ist überaus positiv.

Was bringt es Emmi konkret?

Kienle: Enorm viel Image, viel Goodwill und zusätzlich Aufmerksamkeit. Kein weiterer Schweizer Sportler hat momentan einen derart positiven Status, auf nationalem wie auf internationalem Parkett. Wir werden schon von Kunden in England und Deutschland angefragt, ob wir einen Event mit Roger organisieren können. Die heisse Phase hat gerade erst begonnen.

Federer konsumiert bei seinen TV-Auftritten keine Emmi-Produkte, sondern isotonische Sportgetränke aus einem Cola-Becher.

Kienle: Leider können wir dies nicht beeinflussen ­ dies unterliegt dem Sponsoring-Verantwortlichen des jeweiligen Turnier-Veranstalters. Wir sponsern lediglich Roger Federer als Sportler und als Einzelperson und keine Turniere.

Es stellt sich auch die Frage, was die Werbung bringt, wenn der Werbestar öffentlich andauernd Produkte der Konkurrenz statt den Bifidus-Jogurt-Drink von Emmi konsumiert.

Kienle: So ein Sponsoring-Vertrag beschränkt sich nicht auf die Aufwendung für den Sportler, das ist erst die Basis für den Start der Kommunikation. Es ist klar abgemacht, dass Roger nur für unsere Lebensmittel wirbt und für keine anderen. Er ist aber frei, seine Siege mit Champagner zu feiern und nicht mit Jogurt-Drink.

Wie haben sich die Absatzzahlen der beworbenen Produkte denn entwickelt?

Kienle: Dieses Jahr ist für unseren Jogurt-Drink ein absolutes Spitzenjahr. Die Gründe sind sicher vielfältig: Die Werbung mit Roger, ein Supersommer und ein neues Verpackungsdesign.

Emmi: Der grösste Schweizer Milchverarbeiter führt heute über 1500 Produkte im Sortiment ­- vom Käse bis zum Jogurtdrink. Im ersten Halbjahr erzielte Emmi bei einem Umsatz von 921 Mio Fr. einen Gewinn von 23 Mio Fr. Knapp die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit Käse, der Rest verteilt sich gleichmässig auf Frisch- und Molkereiprodukte. Seit der Übernahme grosser Teile der zusammengebrochenen Swiss Dairy Food treibt Emmi die Expanison ins Ausland mit aller Kraft voran.

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