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Schulterschluss
Zusammenarbeit von Orell Füssli und Thalia kostet bis zu 50 Jobs

Ein neuer Buchriese entsteht: Orell Füssli und der deutsche Thalia-Konzern legen ihr Schweizer Buchgeschäft zusammen. 40 bis 50 Arbeitsplätze dürften dadurch wegfallen.

Veröffentlicht am 07.03.2013

In der Schweiz kommt es in der Buchbranche zu einem grossen Konsolidierungsschritt: Die Banknotendruck- und Buchhandelsgruppe Orell Füssli und die Thalia legen in der Schweiz ihr Buchgeschäft zusammen. Sie schaffen ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem sie je zur Hälfte beteiligt sind.

Der Zusammenschluss hat Folgen für das Personal: In den nächsten eineinhalb Jahren dürften 40 bis 50 Stellen abgebaut werden, sagte Orell-Füssli-Chef Michel Kunz in einer Telefonkonferenz. Synergien gebe es bei der Logistik, beim Marketing und bei der Informatik. Grössenordnungen wollte Kunz nicht bekannt geben. Logistik und Einkauf würden zusammengeführt. «Alles andere würde keinen Sinn ergeben.» 

Das Filialnetz der beiden Buchhandelsketten würde sich grösstenteils ergänzen, sagte Kunz. Nur in St. Gallen, Basel und Zürich gebe es Überschneidungen. Was in diesen drei Städten geschehe, werde man erst nach dem grünen Licht der Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) entscheiden.

Die Freigabe der Wettbewerbshüter dürfte in fünf Monaten erfolgen. Bis dahin würden die beiden Buchhandelsketten getrennt weitergeführt, sagte Kunz. Auch der gemeinsame Name werde erst nach dem Entscheid der Weko festgelegt.

Orell Füssli betreibt in der Schweiz 14 Buchhandlungen und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Der Umsatz des Buchhandelsgeschäfts beläuft sich auf 114 Millionen Franken. Thalia zählt in der Schweiz 22 Filialen, darunter beispielsweise die Stauffacher Buchhandlungen in Bern. Mit 650 Mitarbeitern wurden 131 Millionen Franken Umsatz erzielt. Zu Orell Füssli gehört auch der Internetbuchladen books.ch, Thalia ist mit buch.ch im Internet präsent.

Reaktion auf Amazon und Co.

Der Zusammenschluss der beiden Firmen sei vor allem eine Reaktion auf die zunehmende Abwanderung der Kunden ins Internet. Der Onlineanbieter Amazon habe in den letzten Jahren den deutschsprachigen Markt sukzessive erobert und dürfte mittlerweile einen Marktanteil von 20 Prozent erreicht haben, so Kunz.

Und Amazon sei weiterhin auf Wachstumskurs. Zudem wollten auch Apple und Google immer mehr digitale Inhalte vermarkten.

Auf die zunehmende Konkurrenz solle das neue Gemeinschaftsunternehmen von Orell Füssli mit Thalia eine Antwort sein. «Wir wollen unsere Kräfte bündeln, insbesondere im Internet», sagte der Orell-Füssli-Chef.

Denn beide Unternehmen hätten die Erfahrung gemacht, dass Investitionen dort erheblich seien. Nur durch eine Bündelung könne man genügend Substanz erreichen, um den ausländischen Konkurrenten Paroli zu bieten.

(tno/vst/sda)

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