Auch nach dem Ende des albanischen Dorfs Lazarat als Europas "Cannabis-Hauptstadt" geht der Anbau von Cannabis in Albanien in grossem Stil weiter. Nach Angaben der Polizei hat er sich aber in unwegsame Gebiete verlagert.

Seit Januar seien bei Razzien mehr als 650'000 Cannabis-Pflanzen im Schwarzmarktwert von 7 Milliarden Euro zerstört worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Insgesamt 279 Verdächtige wurden festgenommen. 90 weitere wurden zur Fahndung ausgeschrieben.

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Mit Hilfe Italiens

Unterstützt wurden die albanischen Fahnder dem Sprecher zufolge von Kollegen aus Italien, die für die Suche nach illegalen Anbauflächen auch Helikopter zur Verfügung stellten.

Nach gross angelegten Razzien im vergangenen Jahr sei die Zahl der deutlich sichtbaren grossen Pflanzungen zurückgegangen, erklärte der Sprecher. Stattdessen werde der Anbau zunehmend auf kleine Flächen in unbewohnten Berggebieten verlegt, die nur aus der Luft zu sehen seien.

Im Juni 2014 hatte die Polizei nach tagelanger Belagerung das 240 Kilometer südlich von Tirana entfernte "Drogendorf" Lazarat unter ihre Kontrolle gebracht. Hunderte Sicherheitskräfte waren an dem Einsatz gegen die Drogenhändler beteiligt, die sich mit Kalaschnikows in mehreren Häusern verschanzt hatten.

Nach einem Bericht der italienischen Polizei produzierte Lazarat vor dem Einsatz 900 Tonnen Cannabis pro Jahr mit einem Schwarzmarktwert von 4,5 Milliarden Euro. Dies entsprach fast einem Drittel des albanischen Bruttoinlandsprodukts.

(sda/chb)