Jetzt ist sie also da, die kleine Prinzessin. Ihr verheissungsvoller Name: Charlotte Elizabeth Diana. Nach Wochen des ungeduldigen Wartens, der wilden Spekulationen, der abstrusesten Wetten und des Campierens vor dem St. Mary’s Hospital ist Grossbritannien um eine kleine Thronfolgerin reicher. Das zweite Kind von Prinz William und seiner Frau Kate hat am 2. Mai das Licht der Welt erblickt – und mit ihr Grossbritanniens und der Welt neue Fashion-Ikone, die laut Medien im Königreich ordentlich die Kassen klingeln lassen soll. Eine Art Konjunkturprogramm 2.0. 

Erste englische Prinzessin seit 1950

Schon jetzt ruhen die Hoffnungen des gesamten Empires auf der kleinen Charlotte. Denn sie ist die erste englische Prinzessin, die seit Prinzessin Anne zur Welt kam. Das war im Jahr 1950. Doch die als bieder verrufene Schwester von Prinz Charles zeigte nie eine wirkliches Interesse an den Themen Fashion und Beauty. Dies soll beim «Royal Baby 2» anders werden. Die Tochter von Kate und Prinz William wird nach einhelliger Meinung aller interessierten Beobachter eine echte, klassische Prinzessin – inklusive Kleidchen und Krönchen.
 
Experten prophezeien schon jetzt, dass jede Bewegung, jedes Kleid, jede Frisur der Prinzessin haarklein beobachtet, studiert und kopiert werden. Die Medien tauften diesen extremen Nachkauf-Impuls, der zuvor schon an den Kleidern von Kate und Söhnchen George zu beobachten war, den «Kate-Effekt» – und es ist anzunehmen, dass dieser bei der royalen Tochter noch extremer ausfallen wird. Willkommen im Leben als Prinzessin des 21. Jahrhunderts. 

150 Millionen Pfund Mehreinnahmen 

Für die britische Wirtschaft aber kann sich der «Kate-Effekt» lohnen. So hat die Tageszeitung «The Telegraph» 150  Millionen Pfund (etwa 212 Millionen Franken) Mehreinnahmen pro Jahr ausgerechnet, die das Mädchen vor allem als Mode- und Beauty-Trendsetterin der Konjunktur des Landes bescheren wird. Summa summarum bedeutet das einen Schub für die Wirtschaft von 1 Milliarde Pfund (beziehungsweise 1,4 Milliarden Franken) – noch bevor die Prinzessin ihr 10. Lebensjahr vollendet hat.
 
Zum Vergleich: Als die Wirtschaft in der Finanzkrise 2008 in die schwerste Rezession seit Jahrzehnten schlitterte, brachte London in erster Reaktion ein Konjunkturprogramm in Höhe von 20 Milliarden Pfund auf den Weg.

Mode- und Beautybranche als Profiteur

Der Rummel ist immens, erste Medien präsentieren schon heute den Prinzessinnen-Style – das US-Magazin «US Weekly», das Outfits für Mädchen vorstellt, die einer royalen Trägerin würdig sind. Dabei handelt es sich übrigens um Kleider von dem Designer, der regelmässig auch Brüderchen George ausstattet.
 
Neben der Mode- und Beautybranche darf sich übrigens auch die Politik zu den Nutzniessern der royalen Niederkunft zählen – zumindest Premier David Cameron. Denn glaubt man der vorherrschenden Meinung, kommt eine königliche Geburt der an der Regierung befindlichen Partei zugute. Sich im Glanz des Hofstaates sonnen – drei Tage vor der Unterhauswahl in Grossbritannien sicherlich kein schlechtes Zeichen für Cameron.

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