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Geothermie
Erdbeben stoppt Erdwärme in St. Gallen

Ein Bild von der Bohrstelle in St. Gallen: Heute muss der Zähler wohl zurück auf Null. (Bild: Keystone)

Ein Erdbeben der Stärke 3,6 hat St. Gallen und Umgebung erschüttert. Schuld ist ein Geothermie-Projekt. Nun entscheidet ein Krisenstab über die Bohrungen.

Veröffentlicht am 20.07.2013

Nach einem Erdbeben am frühen Morgen sind die Arbeiten im Geothermie-Bohrloch im St. Galler Sittertobel vorläufig gestoppt. Ein Krisenstab entscheidet in den nächsten Tagen, wie es weiter geht. Derzeit werden die Daten ausgewertet und das Bohrloch stabilisiert.

Das Beben der Stärke 3,6 in einer Tiefe von vier Kilometern sei klar auf das Geothermie-Projekt zurückzuführen, sagte Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED), an einer Medienkonferenz.

Schon seit Mittwoch wurden im Umkreis des Bohrplatzes rund 100 schwache Beben registriert. In der Nacht auf Samstag nahmen die Erdstösse an Stärke zu. Um 5.30 Uhr registrierte der SED westlich der Stadt St. Gallen ein Beben der Magnitude 3,6, das vom Bodensee bis ins Appenzellerland deutlich zu spüren war.

Gas mit grossem Druck im Bohrloch

Laut Stadtpräsident Thomas Scheitlin wurden die Behörden vom Erdbeben überrascht. Man habe die Lage aber im Griff. Um das weitere Vorgehen zu bestimmen, wurde ein Krisenstab eingesetzt.

Laut einem verantwortlichen Ingenieur war am Freitag, während der Vorbereitungen für Tests in über 4000 Metern Tiefe, überraschend Gas mit grossem Druck ins Bohrloch gedrungen. Als Gegenmassnahme wurden 650 Kubikmeter Wasser und schwere Bohrspülung ins Loch gepumpt. Dies könnte den Erdstoss ausgelöst haben.

(jev/tno/sda)

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